Schlechte Wetteraussichten auf der Alpennordseite und gegenteilige im Süden lassen den Stau am Nordportal des Gotthards vor allem am Wochenende anschwellen. Doch wir haben uns davon nicht abschrecken lassen und an einem Samstagmorgen kurzerhand entschieden, das Wochenende im Tessin, genauer gesagt in Ascona, zu verbringen. Unsere beiden favorisierten Hotels, das Tamaro und das Art Hotel Riposo, waren leider schon besetzt. Doch im Hotel Elvezia war glücklicherweise noch ein Zimmer frei. Und was für eines! Zwar nicht allzu gross und auch nicht mit der neusten Einrichtung ausgestattet, aber dafür mit direktem Blick auf den See. Herrlich!

Als Erstes genehmigten wir uns auf der Piazza bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30 Grad einen kräftigen Espresso. Danach schlenderten wir durch die properen Gassen und schauten uns die feinen Boutiquen (von aussen) an. Natürlich schleckten wir auch noch ein Eis, schliesslich gibt es in Ascona fast an jeder Ecke eine Gelateria. Um die Kalorien wieder abzutrainieren, buchten wir eine Stunde auf dem öffentlichen Tennisplatz von Ascona.

Abends wollten wir uns im Restaurant „Seven“ des Spitzenkochs Ivo Adam gütlich tun. Leider war es vollständig ausgebucht. Dafür gönnten wir uns in der dazugehörenden Lounge direkt am See einen Apéro. Mit dem Al Torchio waren wir auf alle Fälle auch nicht schlecht bedient. Die Wildschwein-Racks von Grill schmeckten wunderbar saftig und gut gewürzt, die Tagliatelle mit schwarzem Trüffel entlockten mir ebenfalls nur lobende Worte.

Für den Sonntag hatten wir, je nach Wetter, zwei Ideen: nämlich eine Fahrt ins Valle Verzasca oder einen (bestimmt teureren) Ausflug ins Shoppingparadies Fox Town in Mendrisio. Weil blauer Himmel vorherrschte, entschieden wir uns für das Valle Verzasca. Die Fahrt bis nach Sonogno – zum hintersten Winkel des Tals – dauert fast 50 Minuten, aber sie ist sehr lohnenswert. Unterwegs kann man die Staumauer besichtigen, die weltberühmte Ponte dei Salti bei Lavertezzo oder in einem der rustikalen Grotti Tessiner Spezialitäten probieren. Empfehlen kann ich das Grotto Efra in Sonogno. Ferienstimmung kommt nicht erst beim kalten Plättli mit Aufschnitt und Käse und einem Boccalino auf! Die Gegend ist so prächtig, die Verzasca so glasklar und türkis, die steilen Bergwände so bewaldet und grün, dass man wirklich das Gefühl hat, man befände sich auf einem anderen Planeten.

Am Sonntagabend gönnten wir uns ein gutes Essen im Aerodromo. Das Restaurant ist aufgeführt im Guide bleu und befindet sich direkt an der alten Flugpiste Asconas. Spezialitäten sind Hummer-, Fisch- und Fleischgerichte von Holzkohlegrill. Bei schönem Wetter sitzt man draussen im Garten, ist umgeben von Hibiskus, Oleander und Olivenbäumen, die Tische sind mit Blumenbouquets geschmückt, und das Besitzerehepaar Mendicino erfreut die Gäste mit persönlichen Geschichten und einem vorzüglichen Service.

Wir kommen wieder!

Die Bilder zur Vergrösserung bitte anklicken! Alle Fotos: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

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