Welche Erinnerungen löst Tutti Frutti in Euch aus? Denkt Ihr an Haribo oder eher an Fernsehen? Ja, die bunten Haribo-Fruchtgummis haben schon so manche Schulreise versüsst. Hugo Egon Balders RTL-Stripshow Tutti Frutti hingegen ist eher etwas für sonntagnachtaktive Stubenhocker gewesen. Seit dieser legendären Show besitzen nicht nur viele eine 3D-Brille, sondern auch das Wort „Länderpunkt“ ist zu einem Begriff geworden. Die Sendung gibt es inzwischen nicht mehr, die Brillen verstauben, doch die Länderpunkte haben überlebt.

Grund dafür ist nicht etwa der Grand Prix Eurovision de la Chanson, da hiess es in letzter Zeit sowieso oft: „Switzerland Zero Points“. Nein, auch beim Travelers Century Club (TCC) lässt sich mit „Ländern“ punkten – gegenwärtig 317 Reiseziele „autorisiert“ dieser exklusive Verein, dessen Mitgliedschaft man, wie der Name sagt, mit 100 Destinationen erreicht. Der Post über den TCC erinnerte Udo ans Migros Magazin, in dem er vor längerer Zeit einen Artikel über einen reiseverrückten Schweizer gelesen hatte.

Es handelt sich um Roman Brühwiler, der in 80 Tagen um die Welt reisen wollte. Wie ist es ihm ergangen? Hier ist es nachzulesen. Soviel sei verraten: Es ist ihm gelungen, in einem Jahr „alle“ 194 Länder der Welt zu besuchen. Unglaublich!

317, 194, wie kommt es zu dieser riesigen Diskrepanz an Reisezielen? Auf der List of Countries bei Wikipedia werden 245 Gebiete gezählt. Die Vereinten Nationen wiederum umfassen gegenwärtig 192 Länder. Diese Unterschiede werfen Fragen nach der Zählweise und weiteren Regeln auf. Wieviele Länder gibt es auf der Welt?

Damit hat sich beispielsweise David Madore auseinandergesetzt. Und ein gewisser Andrew Patton hat sich überlegt, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit man ein Land als „besucht“ abbuchen darf. Einigkeit wird über beide Fragen nie herrschen. Udo selbst hat mit seinem besten Freund seit einigen Jahren einen eigenen Wettbewerb laufen, bei dem es darum geht, als Erster 100 Länder besucht zu haben. Die Regeln sind relativ streng. Es gelten nur Länder, die an den olympischen Spielen teilnehmen plus der Vatikan und man muss mindestens zwei Nächte in einem solchen Land verbracht haben. Für Stadtstaaten gilt eine Nacht. Übernachtungen am Flughafen gelten nicht.

Zu einer der speziellsten Länderpunktesammelgruppen gehören die Groundhoppers, die von Stadion zu Stadion hüpfen. Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich zum Ziel gesetzt, „durch [Fussball]spielbesuche das Konto an Ground- und Länderpunkten zu erhöhen und möglichst viele unterschiedliche Sportstadien oder -hallen zu besuchen“. Wie nachzulesen herrscht auch bei den Groundhoppern nicht Einigkeit über die Regeln. Wie lange muss man einem Spiel beiwohnen, damit das Stadion/Land zählt? Reicht eine Halbzeit? Welche Länder gehören dazu? Die FIFA beispielsweise vereint gegenwärtig 207 – schon wieder eine neue Zahl! – Verbände, doch die Groundhoppers beugen sich deren Diktat nicht und zählen mehr auf. Denn sie haben den übrigen Ländersammlern etwas voraus: eine Bibel! Als solche fungiert ein Buch mit dem simplen Namen „Groundhopping Informer„, in dem (fast) alle kompetitiven Fussballplätze der Welt verzeichnet sind. Und solche hat es auch in Verbänden, die der FIFA nicht angehören. Welche? Da müssen Sie schon selbst nachschlagen. Mehr zum Thema Reisebibeln in einem eigens diesem Thema gewidmeten Post.

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Kommentare

  • Dusan

    Einfach cool! Da denkt man, das gebe es nur im Film… Nimmt mich Wunder, welchen Platz ich in dieser Rangliste einnehmen würde…wohl abgeschlagen im unteren Drittel 🙂

    5. November 2008 at 15:52
  • Andreas

    Tja, für ein solches Hobby muss man wohl relativ tief in den Geldbeutel langen…

    7. November 2008 at 07:29
  • Michael Turzynski

    Ich habe es bisher „nur“ auf 117 Länder von den 194 Staaten
    (UN-Mitglieder+Taiwan+Vatikan) gebracht.
    Im Gegensatz zu der Weltrekordjagd wollte ich auch etwas von den Ländern sehen. Außerdem war ich immer volltags berufstätig. Aber jeder wie er es mag. Sollte das „Kleingeld“ reichen (tut es im Moment nicht), dann sind wohl 180 Staaten möglich, ohne sich in akute Lebensgefahr zu begeben….
    (Stichwort: Irak, Afghanistan, Somalia)

    15. Juni 2009 at 22:45

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