Sicht von der Brooklyn Bridge

(Foto: Fabienne Hany)

Kürzlich hat mich eine Freundin aus der Schweiz besucht. Sie war das erste Mal in New York, und wir klapperten beinahe ganz New York ab, weil ich ihr so viel zeigen wollte. Einmal spazierten wir Downtown Manhattan und starteten mit shoppen am Broadway, wo man ungefähr zwischen der 38th und Bleecker Street eine unglaublich grosse Auswahl an Läden aller Art hat. Vor allem findet man an dieser Shoppingmeile tolle und günstige Mode.

Beim Café Angélique (68 Bleecker Street), meinem Lieblingscafé, machten wir Halt. Dort bekommt man superguten Kaffee und die, finde ich, besten Muffins. Später spazierten wir mit unserem Muffin südwärts auf der Mercer Street – einer Strasse, die mich magisch anzieht. Sie ist mit Pflastersteinen besetzt, die Häuser sind alt und dennoch wirken sie sehr gepflegt, mit bunten Feuertreppen entlang den Fassaden, mit grossen Steintreppen, die zum Hauseingang führen. Viele Designer haben ihre Geschäfte an dieser Strasse, mit wunderschönen Ladenräumen, in die man sich allerdings nur wagen kann, wenn der Geldbeutel dick und fett ist.

Die Mercer Street führt nach Süden zur Canal Street, wo Chinatown beginnt. Dort wandten wir uns nach Osten und stöberten in den unzähligen billigen Läden und Verkaufsständen, wo man zwischen viel Ramsch auch ab und zu einen schönen Schal oder hübsche Ohrringe finden und dazu noch darum feilschen kann.

Empire State BuildingDann genehmigten wir uns ein Glacé aus dem Häagen-Dazs-Kaffee, das an der Ecke Mott und Bayard Street liegt und zwischen den sonst ausschliesslich chinesischen vollgestopften Ramsch- und Delikatessenläden ziemlich aus dem Rahmen fällt. Ausserdem waren wir weit und breit die Einzigen, die bei den winterlichen Temperaturen mit einem Glacé in der Hand durch Chinatowns Strassen schlenderten. Dem entsprechend bemerkten wir verwunderte Blicke, die uns Vorbeigehende zuwarfen.

Bald erreichten wir den Aufgang zur Brooklyn Bridge an der Centre Street, inzwischen ziemlich durchgefroren, weil uns das Glacé innerlich zum Kühlschrank verwandelt hatte. Trotzdem entschlossen wir uns dazu, die Brücke zu überqueren, weil das Wetter einfach perfekt war und es bereits dämmerte, was einen herrlichen Sonnenuntergang versprach. Der Blick von der Brücke aus war dann auch fantastisch; zur Rechten Manhattan mit den Wolkenkratzern des Financial Districts und der fernen Freiheitsstatue im Süden, die in einer roten Sonnenflut zu versinken schien. Im Norden ragten das Empire State Building und das Crysler Building aus dem Häusermeer. Zur Linken Brooklyn, mit dem am Fusse der Brooklyn Bridge liegendem Pier, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf Manhattan hat und wo sich jeweils scharenweise Hochzeitspaare nach der Zeremonie für ihre Erinnerungsbilder fotografieren lassen.

Nicht weit von diesem Pier befindet sich das italienische Restaurant Grimaldi’s (19 Old Fulton Street), bekannt für seine köstlichen Steinoffenpizzas, aber auch für die langen Warteschlangen. An Wochentagen und vor 19 Uhr findet sich allerdings meistens ein freier Platz, und die Pizzas, die man selbst zusammenstellt und die freundliche Mafioso-Bedienung sind einen Besuch auf jeden Fall wert.

Mit der Subway fuhren wir dann wieder nach Manhattan, wo wir durch den NYU-District (New York University) heimwärts liefen. In dieser Nachbarschaft gibt es viele gute Restaurants und dazu ein Uni-Campus-Feeling. Den fussmarschreichen Tag schlossen wir mit einer Komödie im Kino und später mit einem sagenhaften Cosmopolitan im Arctica ab (27th Street und 3rd Avenue). Übrigens nach meinen bisherigen Tests zu schliessen der beste – und ich hab schon ein paar ausprobiert! Dementsprechend gut schliefen wir in dieser Nacht, tief und fest wie eingekuschelte Bären, von kitschigen Sonnenuntergängen und genauso rosaroten Cosmopolitans träumend…

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, USA

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*