Fashion Week in New York

(Foto: Keystone / Stuart Ramson)

Anfang Februar tummelten sich in New York noch viel mehr Stars und Sternchen, als es sonst schon der Fall ist. Der Grund: die New York Fashion Week. Bereits letzten Herbst hatte ich das Vergnügen, während dieser Woche in der Stadt zu sein, denn die Fashionweek findet zweimal pro Jahr statt, jeweils im Februar und September.

Ein glücklicher Zufall ist, dass meine Mitbewohnerin Journalistin ist und für Schweizer Blätter über die Fashionweek berichtet und deshalb etliche Modenschauen besuchen kann. Da sie nicht an alle Shows gehen kann, ist eben dies mein Glück, dass ich an ihrer Stelle im Publikum sitzen darf. Letzten September bin ich vor Aufregung fast geplatzt, so gefreut habe ich mich, zum ersten Mal an Fashionshows teilzunehmen und diesen ganzen Modezirkus mitzuerleben. Diesmal war ich nicht minder zappelig, denn wenn man das Ganze mal mit eigenen Augen sieht, ist es definitiv etwas ganz anderes als im Fernsehen oder in Klatschmagazinen.

Nach der Hälfte der Fashionweek fand an einem Mittwochabend die Modeschau des Labels „G Star Raw“ statt, einer niederländischen supercoolen Jeansmarke. Ich musste über eine Dreiviertelstunde anstehen, bis ich mich endlich zwischen den vielen Gästen in die Gotham Hall (die von innen so imposant aussieht wie ihr Name klingt) in Midtown Manhattan durchquetschen konnte, und dann verschlug es mir gleich doppelt den Atem – denn direkt neben mir stand sexy Eric Dane alias „Mc Steamy“ aus „Grey’s Anatomy“, und ich konnte nicht umhin, ihn dauernd anzustarren…bis ich seine wunderschöne Frau erspähte, die er an der Hand hielt. Augenblicklich schloss ich meinen weit aufgerissenen Mund wieder.

Irgendwann hatte ich meinen Stehplatz gefunden, mit freier Sicht auf den Laufsteg und das prominente Publikum. Die Show begann, pompös und aufwändig inszeniert, mit einem riesigen Vorhang, der vom fahrbaren Laufsteg gezogen wurde, begleitet von laut wummernder Musik. Die Models waren cool und hipp wie die Mode und machten natürlich den Anschein, schon länger nichts mehr zwischen die Zähne bekommen zu haben. Ein solches Stelzenmädchen fiel dann auch prompt auf ihr zartes Näschen, da sie in ihren Stilettos das Gleichgewicht verlor. Das Publikum machte laut „Ohh“, das Mädel kam hastig wieder auf die Beine und stöckelte weiter, als wäre nichts geschehen.

Nach der Show blieb ich noch eine Weile an meinem Platz stehen, um die Stars ein bisschen anzugaffen. Da war zum Beispiel Heather Graham, die direkt an mir vorbeilief und ich dachte: Jösses, was für ein zartes Vögelchen! Ich fing beinahe an zu sabbern, als Tyson Beckford in mein Blickfeld kam, das wohl berühmteste schwarze Männermodel und so schön, dass es schon beinahe weh tat. Schauspieler Wilmer Valdemarra und Designer Tommy Hilfiger kreuzten ebenso meinen Weg wie einige Stars aus der Hip-Hop-Szene, deren Gesichter ich zwar erkannte, deren Namen mir jedoch bis jetzt noch nicht eingefallen sind.

Als ich genug hatte vom vielen Gaffen zwängte ich mich erneut durchs Gerangel und gelangte aus Versehen ins Blitzlichtgewitter, welches natürlich Heather Graham galt und nicht mir. Was mich wiederum nicht im Geringsten kränkte, da ich nicht neidisch war auf die Angst einflössende Fotografenmeute, die sich auf das zarte Vögelchen stürzte wie ausgehungerte Geier.

Am Tag darauf durfte ich an zwei Shows im grossen Zelt im Bryant Park, dem Hauptaustragungsort der Fashionweek, weil dort die wichtigsten Shows mit den namhaftesten Designern stattfinden. Die Show von Designer Carlos Miele war elegant, wieder starbepackt und die Mode fantastisch. Die darauffolgende von Richard Chai gefiel mir ebenfalls sehr gut, allerdings hatte ich von ihm noch nie gehört. Ich bin jedoch nicht massgebend, was das Kennen von Designern anbelangt. Ich bin sehr modeinteressiert, aber nicht am Etikett, das dranklebt. Deshalb verbrachte im nach den Shows zwei Stunden lang im H&M, der auf meinem Nachhauseweg lag, von der Mode am Nachmittag inspiriert – nicht aber von deren Preisen.

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