Wer sich nach Lissabon begibt, dem liegt eine Stadt der Wunder zu Füssen. Die Metropole an der Flussmündung des Tejo war Ausgangspunkt für viele grosse Entdeckerfahrten über den Atlantik, gehört zu den ältesten Universitätsstädten Europas und versprüht mediterranes Flair.

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(Foto: Osvaldo Gago)

Die Hauptstadt Portugals erstreckt sich über viele kleine Hügel und lädt zu einem Spaziergang durch enge Gassen und eine lebhafte Fussgängerzone ein. Damit die Lauferei nicht zu anstrengend wird, kann man einen der Elevadores benutzen. Diese Fahrstühle dienten den Einheimischen ursprünglich dazu, ihre Einkäufe von der Unter- in die Oberstadt zu transportieren und sind heute auch für Touristen ein beliebtes Fortbewegungsmittel und Fotomotiv. Einen ersten Rundumblick über die Stadt verschafft ihr euch am besten von der Plattform des Elevador de Santa Justa aus. Dann wird auch sofort klar, warum Lissabon den Beinamen „die weisse Stadt“ trägt. Die Häuserfassaden leuchten hell und lassen die Strassenzüge majestätisch wirken.

Das beste Panorama auf das muntere Treiben in Lissabons Gassen bietet sich jedoch vom Castelo de São Jorge aus. Es diente lange Zeit als Königsresidenz. Teile der Festungsanlage sind westgotischen Ursprungs. Heute finden wir dort eine Rekonstruktion der 10 Wehrtürme vor sowie einen kleinen hübschen Park. Das Castelo de São Jorge erreicht ihr am besten mit der historischen Tramlinie 28. Ihr braucht natürlich ein bisschen Geduld, denn das Tram quält sich quietschend und langsam die Hügel hinauf. Dafür ist die Tramreise eine hervorragende Alternative zur Stadtrundfahrt. So bekommt ihr die gesamte Altstadt (Alfama) zu Gesicht, die mit ihrem morbiden Charme beeindruckt. Ihr könnt unterwegs aussteigen und den Blick auf den azurblauen Atlantik geniessen und nach einer Weile die Fahrt bis zum Castelo hinauf fortsetzen.

Wer es modern mag, dem sei ein Ausflug zum ehemaligen EXPO-Gelände empfohlen, das ihr am günstigsten mit der Metro erreicht. Hier befindet sich das bekannte Ozeanarium, das zahlreiche Tier- und Pflanzenarten aus den großen Weltmeeren beherbergt. Eine Erkundungsfahrt mit dem Teleferico (Seilbahn) rundet den Besuch im Park der Nationen (Parque des Nações) ab. Hier befindet sich auch der Torre de Vasco da Gama, ein Aussichtspunkt in Stahlfachwerkbauweise. Er wurde 1998 für die Weltausstellung erbaut und ist mit 145 Metern das höchste Bauwerk Portugal.

Lissabon ist die Stadt der Seefahrer. Das wird dem Besucher spätestens im Stadtteil Belém am Ufer des Tejo bewusst. Hier sind drei der attraktivsten Sehenswürdigkeiten Lissabons versammelt: der zwischen 1515 und 1520 vom portugiesischen Architekten Francisco de Arruda errichtete Torre de Belém, der als Wahrzeichen Lissabons gilt, das reinweisse Entdeckerdenkmal (Padrao dos Descobrimentos), an dessen Spitze Heinrich der Seefahrer steht und an die ersten Entdeckungsfahrten in die neue Welt erinnert, sowie das Hieronymus-Kloster, dessen prächtige Fassade die Blicke schon von Weitem auf sich lenkt und das die Grabstätte des berühmten Seefahrers Vasco da Gama beherbergt. Kloster und Torre de Belém zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auch das Marinemuseum solltet ihr gesehen haben. Schiffsmodelle, Landkarten, Boote und Gemälde zeugen vom Glanz Lissabons Seefahrergeschichte. Bei der Rückkehr ins Zentrum von Lissabon solltet ihr einen kleinen kulinarischen Zwischenstopp einlegen. Leider kein Geheimtipp mehr, da inzwischen in jedem Reiseführer erwähnt, ist das Café „Pastéis de Belém“. Hier kommen seit 1837 die leckersten Pastéis de nata auf den Tisch, die man sich erträumen kann. Zu den kleinen und mit Pudding gefüllten Blätterteigteilchen gönnt man sich am besten eine heisse Schokolade.

Wenn ihr die portugiesische Seele besser verstehen wollt, geht am Abend ins Stadtviertel Bairro Alto oder in die Alfama und setzt euch in eine der Kneipen. Dort wird (oft für Touristen) die traditionelle Musikart der Portugiesen, der Fado, dargeboten. Der Fado hat seinen Ursprung in Armenvierteln und wird mit der Gitarre begleitet.

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