Aller Anfang ist schwer – und abenteuerlich!
Zwei nach Wandern lechzende Schweizerinnen auf den Lofoten in Norwegen: Wir freuten uns auf die wunderschöne nordische Landschaft. Doch dass die Wanderungen auf der Inselgruppe teilweise abenteuerlich werden sollten, damit hatten wir nicht gerechnet…


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Unsere Reise beginnt in Tromsö, wo wir ein Auto für unsere zehntägige Lofoten-Tour gemietet haben. Von dort fahren wir, verteilt auf zwei Tage, zu den Lofoten und unserem ersten auserwählten Campingplatz. Der „Lyngvær Lofoten Bobilcamp“ bei Kleppstad ist circa 20 min. mit dem Auto vom Hauptort Svolvaer entfernt.

Wir kehrten nach drei Nächten „fremdcampen“ auf diesen Campingplatz zurück, da wir von dort aus eine Wanderung unternehmen wollten. Drei Mal hintereinander entschieden wir uns dann, eine zusätzliche Nacht hier zu bleiben. Er ist nämlich auch der Schönste, Freundlichste und Sauberste. Täglich stehen wir also im Empfangshäuschen und sagen immer das gleiche Sätzchen: „We would like to stay one more night…“

Erster Gipfel nach verkorkster Premiere

Unser erster Wanderversuch auf den Lyngvaerfjellet scheitert kläglich. Dass wir dabei von etlichen Campingplatz-Besuchern aus der Ferne beobachtet wurden, erfahren wir ein paar Tage später. Nicht ganz schadenfreudig fragen sie uns, wie denn unsere Wanderung gewesen sei. Pha, Wanderung? Wir schafften es ein paar wenige Höhenmeter hinauf und gaben ernüchtert auf: Wir hatten, ganz naiv, einen Wanderweg erwartet. Wanderwege, das lernen wir ziemlich schnell, sind in Norwegen Luxus und nicht Standard.


Sicht auf den Campingplatz von unserem ersten „Wanderausflug“.


Gimsoystraumen von der Kleppstadheia aus.

Für unsere erste vollständige Wanderung nehmen wir die Kleppstadheia in Angriff. Wir fahren nach Kleppstad und parken das Auto. Zuerst wandern wir auf einem bezaubernden, weichen Pfad durch einen halbhohen Birkenwald und können schon bald die Brücke über den Gimsoystraumen bewundern. Weiter oben durchqueren wir zuerst eine Geröllhalde und sagen später oberhalb der Baumgrenze den weidenden Schafen „Guten Tag“.

Und dann war er da: Unser erster Gipfel! Mit Gipfelbuch! Die Aussicht von der 534 Meter hohen Kleppstadheia ist grossartig. Den Gimsoystraumen haben wir aus dem Blickfeld verloren, doch dafür sehen wir die Bucht des Sydalspollen mit den Dörfchen Sydalen und Gravermarka und auf der anderen Seite die Berge von Austvagoya.
Zurück gehen wir denselben Weg – mehr oder weniger, denn im oberen Teil gehen wir einfach über halbhohes, dürres Gras. Das ist in Norwegen nicht tragisch: Das Gelände ist meistens übersichtlich; verlaufen kann man sich auf der kleinen Insel nur mit einem extrem schlechten Orientierungssinn.


Aussicht vom Gipfel des Kleppstadheia mit den Dörfchen Sydalen und Gravermarka.


Bergspitzen von Austvagoya.

Klettern für Anfänger

Die nächste Wanderung geht vom Küstenort Nesland nach Nusfjord. Die Anfahrt nach Nesland führt über eine Schotterstrasse. Es ist empfehlenswert, Schritttempo zu fahren, um nicht über den Schwanz eines am Strassenrand liegenden Schafs zu fahren. Die Lofotener Schafe nehmen es nämlich genauso gemütlich wie die Lofotener Menschen.
Von Nesland führt ein idyllischer Küstenweg nach Nusfjord. Dieses schmucke Fischerdorf haben wir leider nicht erreicht.Uns ist schon angst und bange, als wir über die Findlinge klettern. Später geht es sogar steil hinab (Foto), und wir seilen uns sozusagen an einer Seilsicherung ab. Zu unserer Verteidigung: Wir können nicht klettern, erinnern uns höchstens an Kletterversuche auf Obstbäumen im Kindesalter. Damals waren wir noch furchtlos. Der beginnende Regen veranlasst uns heute jedenfalls dazu, frühzeitig umzukehren, um nicht auf den glitschigen Felsen auszurutschen und in ein Loch zu fallen.

Als wir zum Auto zurückkommen, hat der Regen bereits aufgehört. Auch dies eine Eigenheit auf den Lofoten: Oftmals ist der Himmel am Morgen bewölkt, und es regnet. Am Nachmittag verziehen sich die Wolken und die Sonne scheint und scheint und scheint, bis am anderen Morgen. Wir lernten deshalb, am Morgen zuerst auszuschlafen und gemütlich zu frühstücken, bevor wir gegen Mittag die Wanderungen starteten.


Das Küstendörfchen Nesland, Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Nusfjord haben wir später mit dem Auto besucht. Das Dorf ist hübsch und gepflegt. Um es vollständig besichtigen zu können, müssen Touristen Eintritt bezahlen. Wir liessen es bleiben und entdeckten während unserer Reise noch viele andere, genauso malerische Dörfer.

Alle Bilder stammen von Jeanine Tröhler, die hier als Gastautorin in vier Teilen von ihrer Norwegen-Reise berichtet.

Tagged: Archive, Norwegen, Reisetipps & Insider

Kommentare

  • Tv Junkie

    Dieses Jahr ham wirs leider „nur“ in die SChweiz geschafft, aber nächstes Jahr wirds vielleicht mal weiter weg gehen. Bin mal gespannt 😉 Der Bericht macht auf jeden Fall lust auf mehr.

    19. September 2010 at 17:48
  • Conny

    Hallo zäme
    Genial schöni Föteli. Freu‘ mi uf witeri idyllischi Bilder.
    Liebi Grüessli Conny

    20. September 2010 at 22:21
  • Heidi

    Wir habens leider nur bis Trondheim geschafft. War aber auch unser erster Norwegen Urlaub.

    2. Oktober 2010 at 14:11

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