Ob wir uns vor den Waranen fürchten müssen, fragten wir den Mann an der Hotel-Rezeption, kurz bevor wir uns zu einer Wanderung in den Urwald aufmachen wollten. „Nein“, sagte dieser. „Aber vor den Königskobras, Pythons, Vipern und den anderen giftigen Schlangen, auf die ihr treffen werdet.“ Das war’s dann mit unserem Vorhaben. Eingeschüchtert beschlossen wir, den Ausflug bleiben zu lassen und lieber eine Tour zu buchen. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken)

Derartige Tiere – das hört sich zwar nicht gerade einladend an, doch gerade diese unberührte Natur macht den Reiz der Insel Tioman aus.

Tioman liegt 32 Kilometer vom östlichen Festland Malaysias entfernt inmitten eines Meeresschutzgebiets. Auch das Innere der Insel steht unter Naturschutz. Deshalb trifft man auf der Insel und beim Schnorcheln auch auf viele Tiere, die angenehmer sind als Schlangen – zum Beispiel Meeresschildkröten, Eidechsen, Affen, Hauskatzen und die bereits erwähnten Warane. Deren Biss ist zwar giftig, doch wir haben die Warane auf Tioman (die frei in der Hotelanlage herumliefen) als eher scheu erlebt.

Die Insel entdecken:

Hauptattraktionen sind die traumhaften Strände, die vielen Tauch- und Schnorchelspots und die Wasserfälle. Viele Tauchzentren bieten Ausflüge rund um die Insel an. Gleich ausserhalb des Hauptorts Tekek hat es ausserdem ein Marine Center. Dort kann man Schnorchel mieten und auf eigene Faust einem langen Steg entlang inmitten Tausender Fische in glasklarem Wasser schwimmen.

Ein Highlight für mich war das Juara Turtle Project. Dabei handelt es sich um ein Tierschutzprojekt, in dem Freiwillige helfen, das Überleben der Meeresschildkröten zu sichern. Sie schützen die Schildkröten-Eier und helfen den frischgeschlüpften Tierchen, ihren Weg ins Meer zu finden. Zweimal am Tag findet eine Informationsveranstaltung mit Führung statt. Die Mitarbeiter sind meist Touristen, die einen Tag oder mehrere Wochen auf dem Areal wohnen und bei der Arbeit helfen.

Mitten im Dschungel, auch in der Nähe des Schildkrötenprojekts, gibt es ausserdem ein paar Wasserfälle. Wegen der vielen Schlangen würde ich aber empfehlen, eine geführte Tour zu buchen.

Selbständiges Erkunden ist auf Tioman etwas mühsam. Auf der 39 Kilometer langen und zwölf Kilometer breiten Insel hat es nur wenige asphaltierte Strassen. Das macht die Fortbewegung schwierig und teuer. Fahrer in Pick-ups bieten überall ihre Dienste an, verlangen aber schnell mal 100 RM (30 Franken) für eine Fahrt über die Insel, etwa vom Hauptort Tekek im Westen nach Juara im Osten. Grosse Teile der Insel sind überhaupt nicht oder nur sehr schwer zugänglich. Eine Alternative sind die Speedboote oder die Fähre. Die sind zwar etwas billiger, aber langsamer und komplizierter.

Übernachten:

Auf Tioman hat es ein paar Hotels und Backpacker-Unterkünfte. Eines der besten Hotels der  Insel ist das Berjaya Tioman Resort nahe Tekek. Die Anlage ist riesig und bietet neben Golf- und Tennisplatz, Pool und Spa auch verschiedene Restaurants, in denen man für unter zehn Franken zu Abend essen kann.

In Tekek, Juara und anderen Dörfern hat es zudem zahlreiche Backpacker-Unterkünfte, in denen man ab acht Franken übernachten kann.

Bezahlen:

In besseren Hotels kann man mit Kreditkarten bezahlen, ansonsten sollte man genug Bargeld in der malaiischen Landeswährung Ringgit (RM) dabei haben. Auf Tioman hat es nur einen einzigen Bankomaten, und dieser akzeptiert nur malaiische Bankkarten.

Bis auf den Transport lässt es sich auf Tioman günstig leben. Ausserhalb der grösseren Resorts kostet eine Mahlzeit umgerechnet etwa zwei Franken.

Hinkommen:

Es gibt zwei Wege auf die Insel: Entweder mit einem Flugzeug der Berjaya Air von Kuala Lumpur oder Singapur. Oder man reist mit Bus oder Taxi nach Mersing und nimmt dort die Fähre nach Tioman.

Alle Fotos: Andrea Schmits.

Tagged: Archive, Malaysia, Reisetipps & Insider

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