Das Stichwort „Moskau“ ist in diesem Blog schon gut 20 Mal vorgekommen – meist in negativem Zusammenhang: höchste Zimmerpreise, teuerste Visa, teuerste Stadt, berüchtigte Gepäckkontrolle, schlimmster Flughafen der Welt etc. Auch ich hatte bisher eher schlechte Erinnerungen. Zuletzt war ich 2009 in Moskau. Die Fahrt vom Flughafen Domodedowo bis in die Stadt dauerte geschlagene zwei Stunden, es war Ende April und fühlte sich an wie Winter. In Erinnerung blieb mir vor allem die Tretjakow-Gallerie, weil es darin so schön warm war, sowie eine mässige Fussballpartie.
Doch diesmal kam ich per Zug an – am Jaroslawler Bahnhof mitten in der Stadt und im Juni. Kein Vergleich zum Winter!

Moskau ist aus konzentrischen Boulevardkreisen aufgebaut. Wenn Sie nur für kurze Zeit in Moskau weilen, reicht es, wenn Sie sich in den innersten Kreisen bewegen. Benützen Sie dazu auch die Metro, denn die Stationen sind sehr schön anzuschauen. Ein Billett kostet gegenwärtig 28 Rubel.

Foto: WikimediaCommons; Jcornelius.

Ich hatte mich mit einem Freund an der Station Arbatskaya verabredet, wo wir auf der autofreien Arbatstrasse einen Apéro genossen. Darauf begaben wir uns zum Grabmal des unbekannten Soldaten, dessen Wachen stündlich wechseln. Gegenüber befinden sich Brunnenskulpturen und ein unterirdisches Warenhaus mit Pubs im Erdgeschoss. Zeit für einen Imbiss und einen weiteren Apéro! Es wimmelte nur so von Leuten – auch dies kein Vergleich zum Winter. Von all den Gebäuden um den Roten Platz besuchten wir nur den Konsumtempel GUM, leisteten uns jedoch bloss ein Glace. Diese wurden dort schon verkauft, als das GUM noch kein Luxuswarenhaus war.
Via den Kilometer Null besuchten wir einen Touristenmarkt, wo wir Souvenirplaketten für die Daheimgeblieben kauften. In der Lubjanka-Unterführung stiessen wir auf eine Gedenkplakette an das Metro-Attentat von 2010 und kamen zwischen Bolschoi-Theater und dem zentralen Warenhaus TsUM wieder an die Oberfläche. Von dort folgten wir der Petrowskastrasse, bis wir auf eine kurze Flanierstrasse gelangten, die uns ca. auf der Höhe Telegrafen- und Postamt zur Twerskajastrasse führte.
Dieser folgten wir schliesslich zu unserem Ziel des Abends, dem Café Puschkin. Da wir schon genug Apéros intus hatten, genossen wir einen kühlen Kwas und assen eine Suppe dazu.
Mein Geheimtipp: Unternehmen Sie im Café eine kleine Zeitreise! Bestellen Sie Papier, Feder und Tinte und schreiben Sie ihren Lieben daheim eine Karte – wie Puschkin im 19. Jahrhundert – bevor Sie wieder ins chaotische Moskau des 21. Jahrhundert zurückkehren. Ob die Karte per Postkutsche zugestellt wird, ist jedoch zu bezweifeln.

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