Mui Ne ist voller Russen. So viel vorab. Sogar das Hotelpersonal und die Verkäuferinnen im Dorf sprechen russisch. Blondinen wie ich kriegen im Restaurant automatisch die Menükarte in kyrillischen Buchstaben vorgesetzt. Ein Problem ist das natürlich nicht – nur etwas skurill, wenn man bedenkt, dass Mui Ne sich mitten in Vietnam befindet.

Mui Ne ist aber auch bekannt für seinen Traumstrand. Erst die Sonnenfinsternis von 1995 trieb Touristen an den 19 Kilometer langen Sandstrand. Seither reiht sich dort eine Bungalowanlage an die nächste – perfekt, um sich von der Hektik der vietnamesischen Städte zu erholen.

Die Windverhältnisse machen Mui Ne auch ideal zum Kitesurfen. Entlang dem Strand gibt es einige Kitesurf-Schulen, die für ungefähr 50 US-Dollar pro Stunde Kurse anbieten. Ins Wasser darf man aber erst, nachdem man ausgiebig im Trockenen geübt hat.

Im Dorf selber ist nicht viel los, es hat ein paar Restaurants, in denen man viel günstiger als in den Hotels essen kann. Mui Ne ist aber eher ein Familienort, ein Nachtleben existiert fast nicht.

Will man die Umgebung erkunden, bucht man am besten eine Tour oder wagt sich mit einem Miet-Töffli auf die Strasse. Nur etwa 15 Autominuten entfernt sind die roten Sanddünen, von denen man hinunterschlitteln oder auch einfach nur die Aussicht über die Küste geniessen kann. Etwas weiter entfernt gibt es noch die gelben Dünen mit einem See, der von Lotusblumen bedeckt ist. Sehr schön, wenn auch nicht spektakulär.

Absolut sehenswert ist das „ancient fishing village“, ein Fischerdorf ohne Namen. Hunderte Fischer treiben mit ihren bunten Booten im Meer und bringen am Vormittag ihren Fang an den Strand. Dort wird er von den Frauen sortiert und anschliessend – nach teils hitzigen Diskussionen – verkauft. Die kreisrunden Boote (Bild) sind nur für kurze Ausfahrten gemacht und typisch vietnamesisch.

Wenige Minuten vom Fischerdorf entfernt befindet sich der „Fairy Stream“, ein wenige Zentimeter tiefes Bächlein mit glasklarem Wasser und sandigem Grund. Nach anfänglicher Skepsis ziehen wir unsere Schuhe aus und waten darin barfuss ein paar hundert Meter flussaufwärts und geniessen die Idylle.

Fazit: Mui Ne ist ein toller, erholsamer Badeort, aber leider etwas schwer zu erreichen, weil kein Flughafen in der Nähe ist. Zudem ist er sehr touristisch und wenig authentisch: Von Vietnam kriegt man hier leider nur wenig mit.

Zum Weiterlesen:
Vietnam (1): Nachher ist man immer schlauer
Vietnam (2): Spaziergang durch Ho-Chi-Minh-City
Vietnam (3): Ausflug ins Mekong-Delta

Alle Fotos: Andrea Schmits.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Vietnam

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