New York

(Foto; Stefanie Theil)

Bestimmt kennt jeder von euch diese Situation: Ihr seid in einer Stadt, die gern von Touristen besucht wird und natürlich gibt es in dieser Stadt auch viele, viele Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte – sagt zumindest der Reiseführer. Und dann steht man da vor dem Eiffelturm in Paris, vor dem Kolosseum in Rom und vor dem Empire State Building in New York und fragt sich: Muss ich mir das wirklich anschauen? Soll ich mich in die lange Touristen-Schlange einreihen, nur um das zu sehen, was schon Millionen Touristen vor mir gesehen haben und nur weil es die Attraktion schlechthin ist? Nachdem ich mir in Rom das Kolosseum nicht angeschaut habe, weil bei meinem Besuch einfach zu viele Menschen anstanden, genau wie vor dem Petersdom und auch vor der Sagrada Familia in Barcelona, kann ich diese Frage zumindest für das Empire State Building in New York mit einem Ja beantworten. Wenn man den Wolkenkratzer während der Woche besucht, muss man auch gar nicht so lange anstehen wie ich vermutet hatte. Wichtig ist, dass man sich vorher auf dem kleinen Monitor am Einlass anschaut, wie gut die Sicht von der Plattform aus ist. Bei einer Sicht von 3 Meilen lohnt es sich nicht wirklich, das Eintrittsgeld zu bezahlen. Dann sollte man entweder an einem anderen Tag wiederkommen oder bei der nächsten New-York-Reise.

Es heisst, an einem klaren Tag könne man vom Empire State Building 130 Kilometer weit schauen und die fünf US-Bundesstaaten New York, New Jersey, Pennsylvania, Connecticut und Massachusett sehen. Nun gut, dieses Glück hatte ich am Tag meines Besuches dort oben nicht, aber mit 20 Meilen Blick in alle Richtungen an einem sonnigen Tag mit blauem Himmel war ich mehr als zufrieden. Das Interessante für mich war jedoch gar nicht die Fernsicht sondern das, was in der direkten Umgebung des Empire State Buildings zu sehen war: Autokolonnen, Menschen wie Ameisen, die umliegenden Wolkenkratzer, dieses Meer an Fenstern und Beton und dazwischen als einzige grüne Oase in Manhattan: der Central Park. Da stand für mich fest: Eine Stadt begreift man immer erst, wenn sie einem zu Füssen liegt. Man kann fünf Tage durch New Yorks Strassen hetzen und wird sich trotzdem nie über das Ausmass der Stadt bewusst werden, wenn man sie nicht wenigstens einmal von oben gesehen hat.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, USA

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*