Arktisluft schnuppern, über norwegische Architektur staunen und verschachtelte Menschen besuchen – das alles kann man in Oslo erleben. Die Hauptstadt Norwegens ist das ideale Reiseziel für ein verlängertes Wochenende.

Oslo Vigeland Park

(Foto: Stefanie Theil)

Ein grosser Klotz aus roten Klinkern ist es, der einen bei der Ankunft in Oslo aus den Träumen reist: das Rathaus. So eine Geschmacklosigkeit traut man den Norwegern irgendwie gar nicht zu und man hofft, im Laufe der Reise nicht auf noch mehr Fehltritte norwegischer Baukunst zu stossen. Mit dem Rathaus im Rücken sieht alles schon viel freundlicher aus, denn man blickt auf einen Teil des Oslofjords. Fähren, Yachten, Garnelenfischerboote und sogar Kreuzfahrtschiffe schippern übers Wasser und in der am Hafen angegliederten Flanier- und Einkaufsmeile lässt es sich ausgiebig shoppen.

Und wenn man schon mal am Hafen ist, schnappt man sich am besten das nächste Boot und setzt zum „Kontiki-Museum“ und zum „Fram-Museum“ über. Im ersteren ist die Kon-Tiki ausgestellt – das Boot aus Balsaholz, mit dem Thor Heyerdahl über den Pazifik segelte, um zu beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war. Das „Fram-Museum“ zeigt das gleichnamige berühmte Polarschiff, mit dem Fridtjof Nansen Ende des 19. Jahrhunderts die Arktis erforscht hat. Für beide Museen solltet ihr viel Zeit einplanen, um die kleinen und grossen Geschichten über die Entdeckerfahrten zu erfahren, selbst mal an Bord zu gehen und hinters Steuerrad zu stellen oder die Kabinen zu besichtigen, in denen sich einige persönliche Gegenstände der ehemaligen Passagiere befinden.

Kunstwerke gefällig? Dann wird es jetzt schwierig, denn die über 50 Museen kann man schlecht alle nacheinander abhaken, schon gar nicht an einem verlängerten Wochenende. Klar, der Nationalgalerie müsst ihr auf alle Fälle einen Besuch abstatten, schon um „Der Schrei“ von Edvard Munch anzuschauen. Bei schönem Wetter solltet ihr euch aber lieber der Kunst unter freiem Himmel widmen und einen Abstecher zum Vigeland Park machen.

Das grösste Kunstwerk der Natur ist ja bekanntlich der Mensch selbst. Das hat sich wohl auch der norwegische Bildhauer Gustav Vigeland gedacht. In dem nach ihm benannten Park sind gleich mehr als 200 riesige Figuren aus Stein zu sehen. Was die dort machen? Sie stehen dort, umarmen sich, streiten sich, umschlingen sich oder sind irgendwie anders miteinander verwoben. Mittelpunkt der Menschenansammlung ist ein 17 Meter hoher Monolith, der aus 121 miteinander verschachtelten Menschen besteht. Freunde der Detailfotografie werden hier mehrere Stunden verbringen können.

Die beste Aussicht über die Stadt hat man übrigens vom Holmenkollen aus – dem Hausberg Oslos. Dort steht auch die wohl berühmteste und älteste Skisprungschanze der Welt. Sie stammt noch aus dem 19. Jahrhundert und ist das Mekka des nordischen Skisports. An ihrem Fusse befindet sich ein Skimuseum. Der Holmenkollen ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen in Stadtnähe. Wenn Ihr aber nur ein Wochenende lang Zeit habt, solltet ihr euch aber lieber in Oslos lebhafter Innenstadt umschauen, denn dort gibt es genug zu entdecken.

Tagged: Archive, Norwegen, Reisetipps & Insider

Kommentare

  • Peter

    Also um Arktisluft zu schnuppern, muss man schon ein ganzes Stück weiter nördlich fahren. Aber danke für den Witz, habe wirklich eine ganze Weile darüber gelacht. Tja, und die Sprungschanze am Holmenkollen wird jetzt abgerissen. Wie lange man noch das alte Bauwerk besichtigen kann, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall nicht mehr lange. Trotzdem, liebe Stefanie, Daumen hoch für Deinen Bericht. Und mit dem Rathaus hast Du ohne Zweifel Recht!

    2. Oktober 2008 at 13:33

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