Auf der Suche nach einer Verbindung von Cusco nach Machu-Picchu wurde der Inka-Pfad 1911 entdeckt. Der Weg beginnt karg und trocken an der Talsohle des Urubambaflusses, führt hoch durch ursprüngliche Polylepiswälder, endet in einem moosbewachsenen Nebelwald und ist heute die bekannteste und beliebteste Wanderung in Peru.

Machu Picchu

(Foto: Keystone / Karel Navarro)

Verlassen während der spanischen Eroberung und Jahrhunderte lang begraben unter wildwucherndem Regenwald, ist der Inka-Pfad, mit Machu Picchu als Endziel, der meistbegangene Weg Südamerikas. Vier Tage dauert die Wanderung, die am Ufer von Rio Urubamba, nahe Cusco, beginnt.

Vor drei Monaten habe ich dieses Abenteuer bei einer Agentur gebucht, da man den Weg seit 2001 nur noch geführt begehen darf und nur fünfhundert Personen pro Tag eingelassen werden. So will man die vielen Wegstücke schützen, die noch im ursprünglichen Zustand sind. Leider kann man sonniges Wetter nicht mitbuchen, so dass wir unter tropfendem Himmel die 48 Kilometer lange Wanderung starten. Wir sind eine Gruppe mit sieben Leuten aus aller Welt und einem Guide. Sieben Träger tragen die Zelte und die Verpflegung und für zwanzig Dollar am Tag wird einem auf Wunsch auch der eigene Rucksack getragen. Ziemlich unspektakulär geht es der Seite des Flusses entlang. Leider sind die Berge in den Wolken versteckt und alles was wir sehen können, ist die karge Vegetation. Gegen Abend hört es auf zu regnen und wir erreichen unser Nachtlager, das neben einer kleinen Ruine auf 3000 Meter liegt. In geselliger Runde werden uns im Gemeinschaftszelt drei leckere Gänge serviert.

Der zweite Tag ist der anstrengendste. Es sind 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Auch an diesem Morgen will sich die Sonne nicht zeigen. Trotzdem haben wir anfangs noch gute Sicht. Die karge Landschaft verwandelt sich nach nur fünfhundert Meter in tropischen Regenwald. Als es wieder zu nieseln beginnt gelangen wir aus dem dichten Geäst heraus. Auf 4000 Meter gibt es heissen Tee. Gemäss unserem Guide kommen wir in einer Stunde auf dem 4215 hohen Pass an. Wie nicht anders erwartet, sind die letzten Höhenmeter auch die steilsten. Auf dieser Höhe fällt das Atmen nicht leicht, aber mit den vielen kurzen Pausen erklimmen wir den Gipfel doch noch. Nassgeschwitzt, lässt einen der kalte Wind bald frieren und so machen wir uns nach kurzer Pause an den Abstieg. Angeblich kann man von unserem Camp aus Wasserfälle und schneebedeckte Berge sehen – da aber alles in Wolken gehüllt ist, bleibt uns dieser Anblick verwehrt.

Die Nacht ist bitterkalt und wir sind alle froh, dass es am dritten Tag früh morgens weiter geht. Nach einer Stunde erreichen wir die Inka-Ruine von Runkuraq’ay noch im Nebel, welcher sich aber kurz vor dem Pass auf 3900 Meter lichtet und wir einen kleinen See erblicken. Gegen Mittag zeigt sich dann endlich mal die Sonne und eröffnet uns den Blick auf tiefes Moos und Orchideen. Als wir am dritten Pass ankommen, erhalten wir Einblick in das untere Urubamba-Tal. Der anstrengende Abstieg wird durch die wunderschöne Natur gemindert: Es nicht nur merklich wärmer, sondern auch grüner und tropischer. Beim Centro de Vacaciones kann man nach drei Tagen das erste Mal warm duschen, es gibt sogar ein Restaurant.

Am letzten Tag geht es um vier Uhr los. Nach zwei Stunden erreichen wir, noch vor allen anderen Touristen, das Sonnentor oberhalb von Machu Picchu. Noch ist die Ruinestätte mystisch in Nebel gehüllt. Bald schon aber erstrahlt diese unglaublich gut erhaltene Touristenattraktion im hellen Sonnenschein. Ein herrlicher Anblick!

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