Warum erwischt es ausgerechnet uns? Oder besser gesagt: Warum erwischen ausgerechnet WIR die wahrscheinlich einzige Regenwoche auf Mallorca? Wir hatten vor, mit einer Reise in den Süden dem Sommer schon im April entgegen zu fliegen. Doch eine Garantie für Superwetter gibt es selbst auf der sonst so sonnigen Insel im Mittelmeer nicht.

Die Kathedrale "Sa Seu" in Palma de Mallorca im Regen

(Foto: Stefanie Theil)

Nein, wir fliegen nicht im Sommer nach Mallorca. Wir sind ja nicht verrückt. Da findet man am Strand kaum einen Platz und die Hitze ist unerträglich. Wir fliegen im Frühling! Da ist die Insel schön grün und es ist bestimmt satte zehn Grad wärmer als in Zürich. Aber Pustekuchen!

Dass in der ersten Aprilwoche auf Mallorca noch keine 30 Grad sind und auch Baden im Meer nur etwas für Hartgesottene (wie beispielsweise mich) ist, damit haben wir ja gerechnet, aber nicht mit Wassermassen, die vom Anreise- bis zum Abreisetag bei 12 Grad Celsius vom Himmel auf uns stürzen.

Was macht man also bei solch tristem Himmelsspiel sechs Tage lang mit einem einjährigen Kind am Südostzipfel der Baleareninsel? Zuerst Eimer, Schaufel und Sandförmchen wieder im Koffer verstauen, dann gute Miene zum bösen Spiel machen, sich in den Mietwagen setzen und einfach losfahren. Vielleicht ist ja im Norden der Insel besseres Wetter? Am Cap Formentor ist der Himmel dunkel, aber wenigstens nieselt es bloss. Wir geniessen die bescheidene, vom Nebel getrübte Sicht auf das Meer und fahren weiter nach Soller. An einen Stadtspaziergang ist aufgrund der Regenmassen nicht zu denken. Wir schlüpfen schnell in ein Café, trinken eine heisse Schokolade und sprinten dann was das Zeug hält zur Markthalle. Hier ist es auch kalt und nass. Einzig unser Sohn unter der Regenplane des Kinderwagens ist trocken geblieben. Unsere Kleidung ist durchgeweicht. Rückzug ins Hotel. Leider gibt es auch hier keine Heizung, also ist es genauso kalt wie draussen und klamm noch dazu. Ekelhaft!

Am nächsten Tag steht die Hauptstadt Palma auf dem Programm. Wer hätte das gedacht, es regnet wieder. Im Fastfood-Restaurant schnell einen Burger reingedreht, einmal die Kathedrale fotografiert und dann fahren wir auch schon wieder zurück.

Jeden Morgen derselbe Anblick: Tropfen über Tropfen fallen in den Swimmingpool der Hotelanlage und wir können nichts anderes machen, als uns in den Mietwagen zu setzen und ziellos in der Gegend umher zu fahren, da wir nicht im Hotel bleiben wollen.

Der Donnerstag scheint unser Glückstag zu sein: Es regnet nicht, oder besser gesagt, noch nicht. Wir setzen uns wieder ins Auto. Diesmal wollen wir zu einer im Reiseführer viel gelobten Wanderung zum Pavillon des Erzherzogs Ludwig Salvator aufbrechen. Schon auf dem Hinweg fängt es wieder an zu regnen. Wir fahren durchs Gebirge. Die Wassermassen kommen uns nicht nur vom Himmel sondern auch von der Strasse her entgegen. Der ganze Schlamm rutscht die Serpentinen herunter. Es nützt nichts, wir kehren um.

Ein einziger schöner Tag ist uns vergönnt: der Freitag. Die Sonne scheint und wir gehen an den Strand, packen Eimer und Schaufel aus, setzen unseren Sohn in den Sand und denken: Ach, bei schönem Wetter lässt es sich hier wirklich gut aushalten. Am nächsten Tag treten wir die Heimreise nach Zürich an. Zum Glück regnet es wieder, sonst hätten wir uns ja mächtig geärgert, dass die Touris, die nach uns kommen, besseres Wetter haben als wir. Leider kriegen keine zehn Pferde meinen Freund noch einmal nach Mallorca. Aber für mich bleibt noch immer die Hoffnung, die Insel mal bei schönem Wetter zu erleben.

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