Inlandsflüge
China hat drei grosse Fluggesellschaften: China Eastern Airlines, China Southern Airlines und China Airlines. Im Sicherheitsranking der 60 grössten Fluggesellschaften der Welt rangieren diese auf den Plätzen 32, 47 und – schluck – 58. Obwohl ich sehr gerne fliege, habe ich mich persönlich nie getraut, in eines dieser Flugzeuge zu steigen. Man sollte vorher eben nicht unbedingt Horrorberichte in Foren lesen über nicht befestigte Sitze, Schlägereien zwischen Bordpersonal und Passagieren und Lebensmittelvergiftungen von den Bord-Snacks. Dabei handelt es sich aber sicher um Ausnahmen.
Das Flugnetz ist im Grunde sehr gut ausgebaut, die Preise für Inlandsflüge variieren jedoch stark. Der endgültige Preis wird erst etwa zwei Wochen vor Abflug festgelegt.

Zugfahren
Sich mittels Zug von A nach B zu bewegen, lohnt sich am meisten, da man so auch noch etwas vom China „zwischen den Städten“ sieht. Zudem ist es billig und definitiv ein Erlebnis – man muss aber auch die nötige Zeit mitbringen: Eine Fahrt dauert schnell über zwölf Stunden (Peking – Xi’an 14 Stunden; Xi’an – Shanghai 22 Stunden; Shanghai – Guilin 20 Stunden).
Man hat die Auswahl zwischen verschiedenen Klassen: Sitzplätze (nicht zu empfehlen bei so langer Fahrt), „Hard Sleeper“ und „Soft Sleeper“. Die Soft Sleeper sind am bequemsten und ziemlich sauber. Man schläft zu viert in einem Abteil mit Türe und: Man bekommt sogar seine eigene Bettdecke und ein Kissen. Hier trifft man vor allem Touristen und reiche Chinesen an. Eine Fahrtdauer von zwölf Stunden kostet etwa 60 Franken.
Die Hard Sleeper kosten etwa halb so viel und sind in Abteilen ohne Türen. Pro Abteil hat es sechs harte Betten, je drei übereinander. Auf jeden Fall sollte man versuchen, das unterste Bett zu bekommen, weil man nur in diesem auch aufrecht sitzen kann – sonst bleibt einem die ganze Fahrt hindurch nichts anderes übrig, als nur flach zu liegen. Die Sauberkeit der Abteile ist unterschiedlich, von schmutzig bis extrem schmutzig. Wenn man sich bereits daran gewöhnt hat, dass in China andere Hygiene-Standards als in der Schweiz gelten, ist es aber auszuhalten. Trotzdem sollte man in jedem Fall eine eigene Decke oder einen Schlafsack dabei haben. Wer im Hard Sleeper reist, trifft auf junge Backpacker und Chinesen.

Für die Verpflegung im Zug sorgt ein Trolley, der immer wieder mal vorbeifährt. Kaufen kann man verschiedene Varianten der in China extrem beliebten Potnoodles (Nudeln, die man mit heissem Wasser anrühren kann), Wasser und Bier. Das heisse Wasser für die Nudeln bekommt man aus einem Fass am Ende des Wagens.

Ein Blick aus dem Zugfenster. Fotos: Andrea Schmits
Ein Blick aus dem Zugfenster. Fotos: Andrea Schmits

Etwas kompliziert kann es sein, den Zug zu buchen: Die Züge sind zum Teil mehrere Tage im Voraus ausgebucht, vor allem die Soft-Sleeper-Abteile. Alle Züge am Anfang der Reise zu buchen, ist aber auch nicht möglich, da man nur Zugtickets von dem Ort aus buchen kann, an dem man sich gerade befindet (Beispiel: In Peking kriegt man nur Tickets ab Peking, und ein Ticket von Shanghai nach Guilin kann man nur in Shanghai kaufen). Zudem bekommt man in China keine Tickets nach Hongkong: Man muss zuerst mit den Zug nach Guangzhou – das liegt an der Grenze zu Hongkong, etwa eine Stunde entfernt. Dort nimmt man ein Taxi zur Guangzhou East Station, von wo aus mehrmals täglich Züge in die Metropole fahren.

Taxi
Die meisten Taxifahrer verstehen kein Wort Englisch. Deshalb sollte man immer eine Strassenkarte dabeihaben oder – noch besser – sich das Ziel im Hotel auf Chinesisch aufschreiben lassen. In vielen Hotels werden auch Kärtchen verteilt, auf denen die wichtigsten Touristenattraktionen auf Chinesisch aufgelistet sind. Wie immer sollte man darauf achten, dass der Taxameter angeschaltet wird. Ansonsten handelt man den Preis vorher aus. Folgenden Tipp las ich auf einer Chinaseite: „Geben Sie dem Taxifahrer den Zettel mit Ihrer Zieladresse verkehrt herum. Dreht er ihn gleich um, wissen Sie schon mal, dass er lesen kann, wohin Sie möchten.“ Das setzt allerdings voraus, dass man selber weiss, wo bei den chinesischen Schriftzeichen oben und unten ist.

Ein Rätsel sind mir nach wie vor die Taxifahrer in Peking: Dort war es für uns sehr schwierig, überhaupt jemanden zu finden, der bereit war, uns mitzunehmen. Neun von zehn Fahrern behaupteten jeweils steif und fest, unser Hotel, das sich immerhin mitten im Zentrum beim Kaiserpalast befand, nicht zu kennen. Einer fuhr sogar mit noch offener Türe davon, während wir ihn etwas fragten. Ein anderer nahm uns mit, zwang uns aber nach wenigen Minuten auszusteigen und wollte eine Kollegin überreden, uns mitzunehmen – diese fing an rumzuschreien und weigerte sich ebenfalls. Weiss jemand, was wir falsch gemacht haben? (Wir sind nett und sehen nicht sehr furchterregend aus :))?

Hotels
Wer gerne individuell und spontan reist, kann problemlos sein Hotel direkt vor Ort an der Rezeption buchen. Man kann aber auch seine Unterkunft ein paar Tage im Voraus im Internet reservieren. Erfahrungsgemäss kostet das Zimmer dann etwa halb so viel. Da die Hotels in China sehr billig sind, kann sich hier auch ein Vier-Stern Hotel leisten, wer sonst nur in Hostels übernachtet. Mehr als 30 Franken pro Nacht kostet es selten.

Hygiene
Hygiene wird in China klitzeklein geschrieben. Überall wird gespuckt und gerotzt: Aus dem Taxifenster, auf den Teppichboden im Zug, auf die Strasse. Nicht sehr appetitlich. Kein Vergnügen ist auch der Gang auf die öffentlichen Toiletten. Diese bestehen meist aus einer Reihe Löcher im Boden, die, wenn man Glück hat, durch einen Vorhang oder eine halbhohe Mauer voneinander abgetrennt sind. Türen gibt es keine, die wartenden Personen schauen „beim Geschäft“ einfach zu – ist man Ausländer, wird das Geschehen umso interessanter. Auf jeden Fall sollte man immer Taschentücher dabei haben, Klopapier gibt es selten. Viel Spass!

Tagged: Archive, China, Reisetipps & Insider

Kommentare

  • mds

    China hat drei grosse Fluggesellschaften: China Eastern Airlines, China Southern Airlines und China Airlines.

    Gemeint ist vermutlich Air China und nicht China Airlines – Erstere ist die nationale Fluggesellschaft von Festlandchina, Letztere jene von Taiwan.

    1. Mai 2009 at 20:04
  • Andrea Schmits

    Ups, ja, da hast du allerdings recht. Sorry für die Verwechslung.

    3. Mai 2009 at 16:32

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