Das Piemont ist seit geraumer Zeit ein Geheimtipp für Weekend-Gourmets und Weinliebhaber. Besonders im Herbst, zur Trüffelsaison und Weinlesezeit, bietet sich die norditalienische Provinz für ein verlängertes Wochenende an. Die Weinregionen um Asti, Alba und Barolo präsentieren sich hügelig, die sanften Wellen über und über bezogen mit farbig leuchtenden Weinreben. Auf jeder Erhebung thront ein Dörfchen mit Kirche, Schloss oder Burg. Im Hintergrund ist bei gutem Wetter die – manchmal schon mit einer weissen Schneeschicht überzogenen – Alpenkette sichtbar.

Essen kann man ganz vorzüglich. Sogar in den unauffälligsten Lokalen, die von aussen nicht unbedingt vielversprechend aussehen, werden authentische, köstliche Speisen serviert. Zu den typisch piemontesischen Gerichten gehört natürlich der (sehr kostspielige) Trüffel, Tajarin mit Ragú, Kaninchen, Schmorbraten und verschiedene Antipasti. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken.)

Aus eigener Erfahrung kann ich das Ein-Sterne-Restaurant „San Marco“ in Canelli empfehlen. Zu sechst verspiesen wir Tajarin (dünne Nudeln) mit weissem Sommertrüffel aus Alba für 140 Euro. Jeder Bissen hat sich gelohnt. Natürlich darf dazu ein lokaler Wein nicht fehlen. Je nach Vorliebe trinkt man Barolo, Barbera, Barbaresco oder ein Moscato.

Ausserordentlich gefallen hat es mir auch im „Da Felicin“ in Monforte d’Alba. Vor allem die Vorspeisen waren sensationell abgeschmeckt und hätten sogar Lukullus ein wohlwollendes Lächeln abgerungen.

Rustikaler und zuweilen wie in einem Bienenhaus gehts in der „Ostu da Djun“ in Castagnito zu und her. Man isst, was auf den Tisch kommt, der Wein wird aus Magnumflaschen kredenzt, und am Schluss nennt der Chef den – immer sehr fairen – Preis. Gibt man ein grosszügiges Trinkgeld, meint er: „Ich mache die Preise.“ Einen Erfahrungsbericht könnt ihr hier lesen.

Zu guter Letzt möchte ich noch die „Cantina Schiavenza“ in Serralungo d’Alba nennen. Bei schönem Wetter kann man auf der Terrasse oder unter dem grossen Magnolienbaum sitzen, die majestätische Burg und die umliegenden Hügelzüge als Nachbarn. Die Bedienung ist wie in allen genannten Lokalen überaus höflich und gastfreundlich. Es versteht sich von selbst, dass in allen vier Restaurants eine Reservation unerlässlich ist.

Fotos: Claudia Lambrich, Ristorante San Marco, Canelli

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