Ist man im Tessin, ist es nach Italien nicht mehr weit. Empfehlen möchte ich euch zwei Ausflüge: einen mit dem Zug, einen mit dem Schiff.

Mit der Centovalli-Bahn:

Die Centovalli-Bahn fährt vom Stadtteil Solduno in Locarno durch das Gebiet der „hundert Täler“. Das Centovalli verbindet Locarno mit Domodossola in Italien. Die Centovalli-Schmalspurbahn fährt in 90 Minuten über 82 Brücken und 31 Tunnel. Nach der Grenze in Camedo setzt sich das Centovalli in Italien unter dem Namen Valle Vigezzo fort.

Die riesige Wallfahrtskirche in Re, Italien. Alle Fotos: Andrea Schmits.

Wenige Stationen nach der Grenze liegt Re, ein Wallfahrtsort, dessen Anziehungskraft mit den Jahren jedoch nachgelassen hat. Das Dorf ist klein und unscheinbar, wird aber von einer riesigen Kirche, ähnlich der Sacre Coeur in Paris, dominiert. Grund für die riesige Kirche ist ein Wunder, dass hier 1494 geschehen sein soll: Der Legende nach warf ein wütender Mann einen Stein auf die Freske der Madonna in der alten Kirche. Danach soll die Statue 20 Tage lang Blut geweint haben.

Ganz vorbei ist Re’s Zeit als Wallfahrtsort noch nicht: Zufällig besuchten wir den Ort am Jahrestag des besagten „Wunders“. Die Menschen waren mit Reisecars angereist, auf den Strassen hing Weihrauch in der Luft und die Predigt des Pfarrers in der überfüllten Kirche wurde mit Lautsprechern ins ganze Dorf übertragen.

Der Hauptort des Tals ist Santa Maria Maggiore, ein beschauliches Dorf, das im Winter als Ferienort reicher Italiener dient, denn in der Nähe befindet sich ein Skigebiet. Das Museo Spazzacamino informiert ausserdem über die Lebensbedingungen der „Spazzacamini“ – Kaminfegerjungen. Noch vor knapp 200 Jahren soll jeder zweite Einwohner des Dorfs Kaminfeger gewesen sein. Die Knaben im Alter von 8 bis 16 Jahren lebten oft unter widrigsten Umständen.

Von Santa Maria Maggiore ist es nicht mehr weit bis Domodossola. Herz der Altstadt ist die arkadengesäumte Piazza Mercato mit Häusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Am Samstag findet ein lebhafter Markt statt.

Mit dem Schiff:

Per Boot nach Italien? Da bietet sich ein Ausflug nach Cannóbio an. Jeden Sonntag findet direkt am Lago Maggiore ein Markt statt, an dem alles, von lokalen Spezialitäten bis zu Schuhen, Kleidern und Taschen verkauft wird. Ganz billig ist der Markt nicht, doch immer noch billiger als in der Schweiz. Auch die kleine Altstadt ist sehenswert.

Die Altstadt von Cannóbio ist bei Touristen beliebt.

Das Schiff fährt unter anderem ab Ascona und Locarno. Die Fahrt ab Ascona dauert etwa 50 Minuten.

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