Die Millionenstadt Rio de Janeiro bietet unzählige Stadtteile zum entdecken. Ein besonderes Fleckchen dieser Stadt ist aber das Quartier Santa Teresa – Bohème pur in Brasilien.

Auf einem Hügel gegen das Landesinnere gerichtet, liegt das charmante Bohème-Viertel von Rio de Janeiro, Santa Teresa, das unter Künstlern, aber auch europäischen Touristen als Geheimtipp sehr beliebt ist.

santa teresa rio
Rio de Janeiro (Foto: Keystone / Marcel Sayao)

Es gilt als Anziehungspunkt von Überlebenskünstlern wie jungen Backpackern, welche die ein wenig alternativere Seite von Rio kennen lernen möchten.

Reisen sind ja immer wieder eine Art persönlicher soziologischer Erkenntnisse. Der Gegensatz zwischen Reich und Arm wird demnach wohl nirgends so offenbart wie in Brasilien. Ein Hügelzug bestehend aus einem Reichenviertel und einer angrenzenden Favela ist in Rio de Janeiro nichts Ungewöhnliches. Ich halte es eher mittelständisch, weshalb meine Wahl auf Santa Teresa trifft.Sofort erhalte ich den Eindruck: Das Quartier lebt! Auf Empfehlung eines Freundes entscheide ich mich für das Riohostel. Der erste Eindruck täuscht mich nicht: Die Crew ist sehr locker drauf, die Toiletten, Duschen und die Küche sind in einem sauberen Zustand. Die Nähe zu den wichtigen Orten ist erstaunlich. Man muss also nicht auf die für Europäer wichtigen Dinge verzichten…

Anderseits bietet Santa Teresa aber auch (für Brasilien) originelle Angebote. Aber Achtung: Im brasilianischen Winter (unser Sommer) sind dort fast nur Brasilianer anzutreffen, was bedeutet, dass sich die Verständigung erschweren könnte. Jeder Brasilienreisende kann davon ein Liedchen singen, Brasilianer beherrschen in Sachen Sprachen ein eigenständiges Antitalent! Wer keinerlei romanische Sprache beherrscht, wird es sehr schwer haben!

Sehr schnell erfahre ich auch, was dieses Viertel so besonders macht: die erste Strassenbahn Rios, die sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts durch die Strassen schleift. Diese startet bei den Arcos da Lapa (Lapa-Bogen), welche sich Nahe dem Zentrum befinden, und endet bei der 30 Meter hohen Christusstatue, dem Corcovado – neben dem Zuckerhut das Wahrzeichen der Cariocas, der Einwohner von Rio de Janeiro. Die Fahrt ist kostenlos, wenn man die Gefahr auf sich nimmt und bei voller Fahrt aufspringt. Als (bleicher) Tourist muss ich diese Mühe gar nicht erst auf mich nehmen: Irgend etwas, eine Geste, das Gesicht oder die Kleider, verraten mich und ich werde zur Kasse gebeten. Doch sind wir doch mal ehrlich: 60 Rappen für ein einzigartiges Erlebnis bedeuten keinen Weltuntergang. Man nimmt diese Unkosten gerne auf sich – zu schön ist der Blick über die ganze Stadt. Ein bleibender Eindruck!

Tagged: Archive, Brasilien, Reisetipps & Insider

Kommentare

  • Hanna

    Ich plane schon lange eine Reise nach Rio. Danke für den Tip! Werde mein Hotel gleich in Santa Teresa buchen. Habt ihr noch weitere Vorschläge für Brasilien auf Lager?

    28. Dezember 2007 at 10:09

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