Warm eingemummt mit Hundeschlitten durch die unberührte Wildnis der schwedischen Fjälls, das magische Schauspiel des Nordlichts am sternenübersäten Himmel erleben und sich in der Holzsauna nach anstrengenden Trails entspannen.

Vorbereitung zum Mushen

(Foto: Gabriela Rolli)

Bei –40 Grad führe ich einen Hundeschlitten mit zwanzigköpfigem Gespann durch die unberührte schwedische Landschaft. Eiskalter Wind peitscht mir um die Ohren, während mich ein Rudel hungriger Wölfe verfolgt. Ich kämpfe ums Überleben… Eine kleine, zierliche Frau Mitte vierzig zerrt mich am Ärmel und holt mich auf den Boden der Realität zurück. Ihr Name ist Lotti und sie wird mir in der kommenden Woche das Hundeschlitten fahren beibringen. Ihr Pick-up steht draussen vor dem Flughafen Kiruna und zusammen fahren wir zu ihrer Lodge in Moskojärvi, die etwa zwei Stunden ausserhalb der Stadt liegt.

Dort angekommen, fahren wir die letzten drei Kilometer im Anhänger von Lottis Schneemobil, während uns der kalte Wind um die Ohren bläst. Ike, Lottis Mann, heisst mich willkommen, führt mich durchs Haus und zeigt mir mein gemütliches Zimmer. Das Feuer im Kamin lodert und hinter der Fensterfront erblicke ich eine weite, unberührte Landschaft. Nordlichter ziehen übers Dach, während ich mir Lottis Elchklösschen schmecken lasse.

Am nächsten Morgen schirrt sie die Hunde und lässt mich dann schweren Herzens mit ihren Lieblingen ziehen. Mir ist ganz schön mulmig dabei. Die Tundra erwartet mich, hier geht es über Stock und Stein. Das Lenken bereitet mir Mühe und wie es steil bergauf geht, bleiben die Hunde auf halbem Weg stehen und drehen sich nach mir um. Okay, ich habe verstanden, sie wollen, dass ich absteige und den Schlitten mit ihnen den Hügel hinauf stosse. Oben angekommen, kann ich nicht etwa ausruhen, sondern muss unverzüglich wieder aufspringen und bremsen. In meiner Hast bremse ich so stark, dass die Hunde erneut zurückblicken und sich langsam aber sicher ab mir zu nerven beginnen. Dabei bin ich ja nicht der erste Laie den sie durch den Schnee ziehen. Aber vielleicht der miserabelste.

Kurz vor dem Ziel, wie könnte es auch anders sein, habe ich in der Kurve ein zu hohes Tempo und kippe zur Seite. Die Hundeschar zerrt mich noch einige Meter über den gefrorenen See, bis sie anhaltet. Sichtlich gelangweilt warten die Huskys darauf, dass ich mich samt Schlitten wieder aufraffe. Mushen, das Lenken eines Schlittenhundegespannes, habe ich mir wirklich einfacher vorgestellt. Aber gerade weil man Balance und Ausdauer braucht, macht es umso mehr spass.

Den Rest der Woche verbringe ich mit mushen, Eisfischen und einem Besuch im bekannten Ice-Hotel, von welchem mich Ike abholt und zurück zum Flughafen fährt. Nur ungern verabschiede ich mich von der Zauberwelt des hohen Nordens.

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Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Schweden

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