Heute verschreiben wir uns noch einmal dem Süden Manhattans. Da gehört natürlich eine Überquerung der Brooklyn Bridge mit dazu. Mit der Subway fahren wir auf der blauen Linie bis High Street. Bereits in der Station ist der Fussweg zur weltberühmten Hängebrücke gekennzeichnet. So stehen wir innert Minuten auf dem Holzsteg des 2,2 km langen Bauwerks. Der Blick zwischen den Drahtseilen hindurch zur Skyline des Financial Districts ist überwältigend – und sehr fotogen. Touristen, die sich nicht an die strikte Trennung von Fussgänger- und Velospur halten, sind gar nicht beliebt. Also lieber auf die Markierung am Boden und beim Fotografieren auf rasante Skater und Jogger achten.

Ein Blick auf den Financial District. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)
Ein Blick auf den Financial District. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

Auf der anderen Seite des East River angekommen, passieren wir die City Hall, den Arbeitsplatz des amtierenden Bürgermeisters von New York, Michael Bloomberg. Via St. Paul’s Chapel, wo noch 200 Jahre alte Grabsteine schief im Boden stehen, erreichen wir den Ground Zero. Erst wenn man sich bewusst ist, wie hoch die beiden Türme des World Trade Center waren (411 Meter), kann man sich die Dimension vorstellen. Die riesige Baustelle klafft wie eine offene Wunde inmitten der umliegenden Hochhäuser, die gerade mal halb so hoch sind wie es das WTC war. An der Ostflanke des Ground Zero, an der Church Street, sind die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in Wort und Bild dokumentiert, während man im 9/11 Tribute Center an der 120 Liberty Street (an der Südseite von Ground Zero) eine Ausstellung besichtigen und an einer Führung teilnehmen kann. Ums Shoppen ist uns nun nicht mehr zu Mute; dies hätten wir vorgehabt im Century 21 Department Store, einem Designeroutlet. Also gehen wir weiter ins Herz des Financial District: an die Wall Street. Auch über sieben Jahre nach dem Terroranschlag auf die Zwillingstürme sind die Sicherheitsvorkehrungen enorm. Kaum eine Ecke, wo kein Polizist steht, wo keine Strassenabsperrungen aufgestellt sind. Die New York Stock Exchange, die Börse, wird von einer riesigen amerikanischen Flagge geziert. Wie zum Trotz, wie um der Welt zu beweisen: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“
Auf der South Street erreichen wir nach einigen Minuten das historische Hafenviertel South Street Seaport. Der Hafen hat zwar seine Bedeutung verloren, dafür boomen die Shops und Restaurants im nett hergerichteten Kopfsteinpflaster-Quartier. Hier finden auch bedeutende Ausstellungen statt – bis Ende des Jahres kann beispielsweise die Exhibition „Bodies“ besucht werden.
Wem die Körperwelten zu gruselig sind, widmet sich dem South Street Seaport Museum. Die historischen, im Hafen vertäuten Segler können vom untersten bis zum obersten Deck besichtigt werden. Wir essen im UNO Chicago Grill. Die Pizzas sind hervorragend, meine Begleitung bestellt eine „Fisherman’s Platter“ und bereut: alles frittiert. Dafür genehmigen wir uns bei Häagen Dazs noch ein leckeres Eis, bevor wir hier bei Abercrombie & Fitch, bei Body Shop, Claire’s, Footlockers, Gap, Benetton und Victoria’s Secret shoppen.
Am späteren Nachmittag marschieren wir ans südlichste Ende Manhattans, um die Fähre nach Staten Island zu nehmen.

Für viele Pendler das Hauptverkehrsmittel: die Staten Island Ferry. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)
Für viele Pendler das Hauptverkehrsmittel: die Staten Island Ferry. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

Die knallorange-farbenen Fähren sind gratis und legen im Viertel- bis Halbstundentakt ab Staten Island Ferry Terminal ab. Wir passieren Ellis Island und die majestätische Freiheitsstatue, bevor wir auf Staten Island an Bord gehen und dieselbe Fähre zurück nach Manhattan nehmen. In der Dämmerung wirken die riesigen Beton- und Glaspaläste im Financial District plötzlich viel weicher. Der Raum verliert an Bedeutung, weil man die Grösse der Millionenstadt in der Dunkelheit nicht mehr fassen kann. Es ist wirklich ein Erlebnis, die Lichter und Silhouetten der Wolkenkratzer vom Wasser aus zu sehen.

Ein bisschen New York - vom Wasser aus. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)
Ein bisschen New York - vom Wasser aus. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

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