Die Subway-Station Spring Street scheint uns ein guter Ausgangspunkt für unseren vierten Spaziergang zu sein. Verlässt man die U-Bahn, befindet sich man schon mitten im berühmten SoHo (die Abkürzung steht für „South of Houston“). Das Quartier ist Synonym für heisse Shoppingspots, Galerien, Lofts und Boutique-Hotels und lockt nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische zum Flanieren, Schauen und Kaufen.

Wir schlendern der Spring Street Richtung Osten entlang, bis wir rechter Hand ein kleines Café entdecken. „Le Petit Café“ (156 Spring Street) serviert ganz hervorragenden Kaffee und ebensolche Cookies. Wir schmelzen dahin – fantastisch, einen Tag so zu beginnen. Das Personal ist zwar sehr nett, aber auch ein wenig unbeholfen und nicht überirdisch aufmerksam.
An der Wooster Street biegen wir links Richtung Norden ab und suchen die Hausnummer 141. Eine Freundin hat uns nämlich dringend empfohlen, den Earth Room zu besuchen. Sie wollte uns zwar nicht verraten, was das genau ist, aber wir folgen ihrer Empfehlung und klingeln im zweiten Stock. Schon diesen „Erden-Raum“ zu finden, ist ein kleines Abenteuer, weil der Lift nicht in den zweiten Stock fährt, sondern man vom Erdgeschoss eine halsbrecherisch steile Treppe nach oben bewältigen muss. Dann steht man plötzlich in einem Raum mit weissen Wänden und dunkler Erde. Einfach ein Raum voller Erde. Es riecht wie im Wald. Simpel, aber durchaus eindrücklich.

Dann stürzen wir uns ins Getümmel. Statten „Body Shop“ und dem „Adidas-Shop“ vis-à-vis einen Besuch ab und sind fasziniert vom Laden von Agatha Ruiz de la Prada (135 Wooster Street). Ein ganz schmales Lokal, dafür betörend frühlingshafte Farben und Colorits wie in einem Fruchtsalat. Dann schlendern wir auf der Spring Street weiter in Richtung Osten, bis wir zur Shoppingmeile Broadway kommen. Auch hier versinken wir im Kaufrausch, besonders angetan hat es uns ein chinesisches Geschäft names Pearl River. Unglaublich spannend, was in diesem Laden verkauft wird – Reizüberflutung total. Nach so viel Shopping sind wir hungrig und entscheiden uns für einen Lunch im Jubilee Market (447 Broadway). Für amerikanische Verhältnisse ist das Shop-Restaurant zwar teuer, aber uns schmecken die frisch gegrillten Cheese-Bacon-Burger. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Tatsache, dass man seine ID abgeben muss, wenn man die Toilette benützen möchte.

An der Canal Street wenden wir uns Richtung Osten nach Chinatown, der grössten Ansiedlung von Chinesen ausserhalb Südostasiens. Der Schätzung zufolge sollen hier 2.50000 bis 3.50000 Chinesen leben. Am Chinatown Information Kiosk (Ecke Canal/Baxter/Walker Street) machen wir uns ein bisschen mit der Gegend bekannt. Wenn wir uns nicht gerade die Bäuche vollgeschlagen hätten, würden wir jetzt zur Mott Street gehen und dort Dim Sum oder Peking-Ente essen.
Wer sich für die Kultur der Einwanderer interessiert, stattet dem „Museum of the Chinese in the Americas“ einen Besuch ab. Und Achtung: An der Canal Street gibt es hauptsächlich gefälschte Markenware – wer sie kauft, macht sich strafbar.

Die Mulberry Street in Little Italy. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)
Die Mulberry Street in Little Italy. Foto: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

Abends machen wir uns auf nach Little Italy. Tatsächlich reihen sich an der Mulberry Street italienische Restaurants aneinander und buhlen um die Gunst der Hungrigen. Wir entscheiden uns schliesslich für Il Palazzo (151 Mulberry Street) und geniessen den frischen Salat, die Pasta (amerikanischer Art also etwas verkocht), das teure Glas Merlot ($ 10.75) und den richtig feinen Espresso.

Wer noch mehr vom Big Apple sehen möchte, hier die Beiträge über Midtown, den Süden Manhattans oder Financial District/Staten Island.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, USA

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