Ende Januar verbrachte ich knapp eine Woche im Südwesten der Insel Sri Lanka, die mit 65.610 km² ungefähr 1.5 mal so gross ist wie die Schweiz, aber fast dreimal soviel Einwohner hat. Unsere Reise begann in einem luxuriösen Hotel in der Hauptstadt Colombo. Da wollten wir uns schon mal von den Strapazen vor-erholen, die wir erwarteten.

Am ersten Tag organisierten wir in einem der zahlreichen Travel Offices unsere Rundreise mit Chauffeur. Wichtig: genügend Englischkenntnisse. Wir entschieden uns für folgende Tour: Unawatuna (zwei Nächte), Nuwara Eliya (eine Nacht) und Kandy (eine Nacht). Je nach Reisebüro, Standard der Hotels, des Autos und des Fahrers sowie je nach Länge der Reise und Verhandlungsgeschick kostet diese Art der Fortbewegung um die 60 bis 100 Dollar pro Tag. Das Trinkgeld wird separat bezahlt. Individuell per ÖV ginge es billiger, doch wir standen ein wenig unter Zeitdruck.(Fotos zur Vergrösserung einfach anklicken.)

Bevor wir aufbrachen, erkundeten wir Colombo. Wir wanderten an der Strandpromenade entlang und taten uns an den dort angepriesenen Snacks gütlich. Wir besuchten einige Museen, von denen mir das Nationalmuseum am besten in Erinnerung geblieben ist. Und dazwischen stärkten wir uns im „Gallery Café“, einem sehr schönen Café, das jedoch – wenn man einmal drin ist – ebenso gut in Buenos Aires oder Sydney liegen könnte.

Die Unawatuna Bay

In Unawatuna erholten wir uns weiter. Die Unawatuna Bay ist (wie auch die Nachbarstadt Galle) einer der vom Tsunami 2004 am schwersten betroffenen Orte Sri Lankas. Noch heute kann man die Folgen vielerorts erkennen. Am Tag nach unserer Ankunft unternahmen wir einen Ausflug nach Balapitiya und Galle. Am ersten Ort gehörte eine traumhafte Bootssafari durch die Mangroven zum Programm. Vorsicht vor Abzocken beim Tempel! Wie auf Bali kann es hier geschehen, dass man aufgefordert wird zu spenden. An sich nichts Tragisches, doch wird einem als Beweis für die Spendefreudigkeit ein Buch vorgelegt mit Namen und Summen anderer Touristen. Und siehe da: Keiner ist umgerechnet unter 30 Franken davongekommen. Das mutet dann jeweils schon verdächtig an…

Galle

Wir liessen uns diesmal nicht aus dem Konzept bringen und genossen anschliessend einen Curry, bevor es weiter nach Galle ging. Das von den Holländern im 17. Jahrhundert erbaute Fort gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und lädt zum stundenlangen Verweilen ein. Für das Panorama fuhren wir zu einem auf einem Hügel gelegenen Hotel, von dessen Dachterrasse aus wir einen wunderbaren Rundblick über die ganze Stadt geniessen konnten. Den Tag beschlossen wir bei einem Abendessen in einem der zahlreichen Strandrestaurants in Unawatuna.

Nuwara Eliya

Mehr als die Hälfte des nächsten Tages verbrachten wir mit der Fahrt nach Nuwara Eliya. Unterwegs bewunderten wir Teeplantagen und Wasserfälle und genossen die Aussicht über die hügeligen Landschaften. Nuwara Eliya selbst sah dann aus wie Schottland, und ebenso kühl und neblig war es auch.
Für den botanischen Garten waren wir schon fast zu spät, besuchten dann aber noch einen lokalen Tempel und dinierten schliesslich in einer Hütte am See. Als es am Abend an der Hotelzimmertür klopfte, verstanden wir den Grund nicht und schickten den Angestellten zurück. Erst nach einigen Minuten dämmerte uns, dass er uns bloss Bettflaschen bringen wollte…

Kandy

Tags darauf mäandrierten wir weiter durch die Hügellandschaft in Richtung Kandy. Irgendwo hier war der Film „Die Brücke am Kwai“ gedreht worden. Paradoxerweise ass im dazugehörigen Ausflugsrestaurant eine 50-köpfige japanische Reisegruppe zu Mittag, wohingegen wir in Kanchanaburi in Thailand, wo die Originalbrücke stand/steht, während zwei Tagen keinen einzigen Touristen aus Japan angetroffen hatten.
Per Einbaum setzten wir auf die andere Flussseite über und vertraten uns die trägen Beine im Urwald. In der Nähe existiert tatsächlich eine riesige (Hänge-)Brücke über den vermeintlichen River Kwai, die Bahanalla Road. Die waghalsigen Slalomfahrten zwischen unseren Destinationen waren zwar in Kilometern gemessen relativ kurz, nahmen aber trotzdem sehr viel Zeit in Anspruch. Deshalb waren wir froh um jeden Zwischenhalt.

Unser erster Eindruck von Kandy war der Botanische Garten in Peradeniya. Darin verbrachten wir fast zwei Stunden, so weitläufig und prächtig war er. Nach einer Ayurvedamassage bewunderten wir von einer Restaurantterrasse am Hang aus die Stadt und den quadratischen See. Am frühen Abend liessen wir eine gar nicht mal so üble Cultural Show über uns ergehen und assen in einem extrem schrägen Restaurant namens „History Restaurant“ Znacht. Schmucksteine und Ayurvedamedizin liessen wir links liegen. Wir hatten schlicht weder Ahnung noch Bedürfnis.

Am letzten Tag unserer Reise besuchten wir den Zahntempel, in dem angeblich der linke, obere Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird. Das tönt schräg, doch der Besuch dieses Orts ist ein Must auf jeder Sri-Lanka-Reise. Auf der Fahrt zurück zum Flughafen befriedigten wir schliesslich das Hauptbedürfnis unserer Reise, sozusagen unser eigenes Must, wir statteten nämlich einer Tee-Plantage und -Fabrik einen Besuch ab.

Negombo Beach

Schliesslich kamen wir fast sieben Stunden vor Abflug am Flughafen an. Check-in war leider erst ab zwei Stunden vor Abflug möglich. Also stellten wir unser Gepäck ein (ein Kapitel für sich) und nahmen eine Kombination aus Bussen und Three-Wheeler nach Negombo Beach, wo wir unsere viel zu kurze Reise ausklingen liessen. Trekking in den Bergen und vor allem der auch auf der 2000-Rupien-Note abgebildete Monolith Sirigiya will ich mir nächstes Mal auf keinen Fall entgehen lassen.

PS: Weitere Infos zum Thema „Geld in Sri Lanka“ siehe hier.

Alle Fotos: Udo Habermann

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Sri Lanka

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