Surinam. Nachbarstaat von Französisch-Guyana (Papillon) und Guyana und nördlicher Nachbar von Brasilien ist selbst den Südamerikanern unbekannt. Das Land am Atlantik im Norden Südamerikas ist keine Touristenattraktion und dennoch einen Besuch wert.

Suriname

(Fotos: C. Landis)

In der ehemaligen Plantagenkolonie der Niederlande wohnen nur knapp eine halbe Million Menschen. Offizielle Landessprache in Surinam ist holländisch, der Staat ist aber seit 1975 unabhängig. Nichts liess mich vermuten, dass sich dieses Land in Südamerika befindet. Weder die Sprache, die Menschen, die Kulturen noch der Lebensstil. Nur die tropischen Temperaturen und der Regenwald verraten dem Reisenden, dass sich dieses wunderschöne, touristisch eher schlecht erschlossene Land am Äquator befindet.

Suriname

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Die Hautstadt Paramaribos überzeugte mich mit seinen Häusern im Kolonialstil. Man kann hier weder in einem Fünfsternehotel übernachten noch grosse Shopping-Touren unternehmen. Ebenso bietet die Hauptstrasse nur wenig Einkaufsmöglichkeiten. Tja nun, was aber dann?

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Man kann in der ruhigen Stadt den gelassenen Alltag der Einwohner geniessen und sich mittreiben lassen, am Fluss oder im Park spazieren gehen, ein Bier an der Promenade trinken oder den Abend in einem der wenigen Clubs ausklingen lassen. Das Klima und die Art der Menschen ist geradezu ansteckend und innert Kürze ertappt man sich, die „laid-back“-Attitüde übernommen zu haben.

Suriname

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Besonders beeindruckt hat mich, wie Christen, Muslime und Hindus Tür an Tür friedlich nebeneinander leben. (Ein Miteinander ist bekanntlich nicht möglich.) In dieser Hauptstadt stehen die Kirche, die Moschee und die Synagoge auch tatsächlich nebeneinander.

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Auch die Küche dieses tropischen Landes wurde von den verschiedenen Kulturen stark beeinflusst. Wo in Südamerika kann man denn sonst das abwechslungsreiche, würzig indische und günstige Essen geniessen? Wobei die guten Restaurants sich ausserhalb des Stadtzentrums befinden. Viele Familien haben ihr Wohnzimmer in ein kleines Restaurant umgebaut und kochen in ihrer Küche für die Gäste. Diese Restaurants sind im Reiseführer nicht auffindbar – selber erkunden ist angesagt! Also: Frag den Taxifahrer nach den guten Adressen.

Beliebtes Ausflugsziel in Paramaribo ist der Cola-Creek. In gut einer Autofahrtstunde (öffentliche Verkehrsmittel gibt es so gut wie nicht in diesem Land!), ist man an diesem kleinen, von Blättern schwarz gefärbten See angekommen. Darin zu schwimmen, ist wie wenn man in einem Pool voller Coca-Cola schwimmen würde – daher der Name.

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Ein richtiges Abenteuer ist übrigens die Fahrt von Georgetown (Britisch-Guyana) nach Paramaribo . Täglich fahren frühmorgens kleine Busse voller Menschen und Tonnenweise Gepäck ins Nachbarland. Die Fahrt dauert gute 12 Stunden. Autobahnen existieren nicht. Der Strassenzustand erinnert einen teilweise an eine Safari-Tour. Die Landschaft beider Länder ist grün und jungfräulich unberührt – ja, für nicht Holländer gänzlich unbekannt!

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider

Kommentare

  • Andreas

    Danke für den Artikel. Habe Surinam und die anderen Guyanas immer für „Schwarze Löcher“ im Atlas gehalten. Staaten, über die man in unseren Breiten nix weiss…man aber gerne mehr erfahren würde.

    Finde ich wirklich total interessant!

    3. Februar 2009 at 13:52
  • Mike

    Meine Meinung!

    Surinam ist wohl eines der Länder, über das man noch nie etwas gehört hat.

    Deshalb ist es auch wichtig, mal darüber etwas zu lesen…auch wenn ich wohl nicht dorthin reisen würde 🙂

    5. Februar 2009 at 16:54

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