Viele Wege führen von Laos nach Thailand. Auf keinen Fall sollte man sich für den Nachtbus von Luang Prabang zur Grenze in Huay Xay entscheiden.

Laos im Bus

(Foto: Gabriela Rolli)

Eigentlich wollte ich mit dem Boot auf dem Mekong in zwei Tagesetappen zur Grenze tuckern. Am Abend zuvor wollte ich also Geld aus dem Bankautomaten beziehen, wurde aber mit einer Meldung darauf hingewiesen, dass der Automat zur Zeit kein Geld zur Verfügung stelle. Diese Nachricht kam bei beiden in dieser Stadt verfügbaren ATMs. Am naechsten Tag war dies nicht anders und erst gegen zehn Uhr kam mal jemand vorbei, um die Automaten zu füllen. Da das Boot um 8:30 Uhr gefahren wäre, buchte ich also den Nachtbus, wovon ich wirklich jedem der dieselbe Reise machen möchte, abrate.

Diese Busfahrt war der absolute graus. Ich bin mich ja Schreckliches gewohnt; ich könnte sogar eine tägliche Kolumne über all die furchtbaren Busreisen die ich bereits erlebt habe schreiben, aber diese Reise schlug einfach alles. Die Sitzreihen im Bus waren so eng beieinander, dass man seine Beine über die Lehne halten oder angewinkelt lassen musste. Das Gepäck der Reisenden wurde in den Zwischengang gelegt, so dass man mit viel sportlichem Geschick aus- und einsteigen musste. Die Leute die keinen Platz mehr auf den Plätzen hatten, da man den Bus einfach mit jedem füllte der mit wollte, sassen auf Gartenstühlen zwischen dem Gepaeck. Vier weitere Touris und ich hatten ein bisschen mehr Glück, da der Platz für die Beine in der hintersten Reihe ziemlich gross war.

Nachdem der Bus also im schneckentempo die Huegel hinauf und im zickzack wieder hinunter fuhr, ergaben sich einige der Einheimischen mit nicht so starkem Magen aus den kleinen Fenstern….zum Teil über den Nachbar gelehnt. Als das allgemeine Erbrechen aufhörte, hielt der Bus alle 30 Minuten, weil der Motor einfach nicht genug Kraft hatte. Der Monteur war zum Glück mit an Bord, so dass wir doch immer wieder einige Meter fahren konnten.

Dann begannen unsere hintersten Sitze zu kochen. Es dampfte und schnaupte und siedendes Wasser spritzte auf unsere Stühle. Wir schrien um Hilfe und der Bub ganz vorne beim Fahrer kam nach hinten, schraubte ein wenig und band ein T-Shirt um die leckende Stelle und wir fuhren wieder weiter.

Ab hier hörten wir nicht mehr auf zu schwitzen, da es auf unseren Stühlen etwa 50 Grad warm war. An schlafen war nicht zu denken. Und als ob dies nicht genug schlimm wäre, lief ununterbrochen laotische Schmusemusik. Eine Qual, die man erst nachvollziehen kann, wenn man dieses Gewimmere schon mal gehört hat. Irgendwie überlebten wir die 17-stündige Fahrt und an der Grenze angekommen, nahm ich sogleich ein Boot, das mich über den Mekong nach Thailand fuhr. Hier bestieg ich den nächsten Bus. Viel gemütlicher, aber ebenfalls eng. Nach weiteren sieben Stunden und einer Gesamtreisezeit von 25 Stunden kam ich in Chiang Mai an.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Thailand

Kommentare

  • linus

    hoert sich doch alles nicht so wild an 🙂
    ich wuerde auch gern auf einem gartenstuhl im gepäck reisen 😉

    27. Oktober 2008 at 22:10

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