Im Wettstreit mit Moskau und Ottawa hat sich Ulan Bator mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von -1.3 Grad Celsius die Ehre der kältesten Hauptstadt der Welt gesichert. Ein klarer Grund dafür, die Stadt unbedingt im Sommer zu besuchen.


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Da eine Reise in die Mongolei für die meisten Bürger westeuropäischer Länder visumspflichtig ist, kommt man um eine vorgängige Reiseplanung kaum herum. Als ich jedoch an einem Abend Ende Mai in Ulan Bator gelandet bin, hatte ich ausser meinem Visum aber keinen Plan.

Zu den Hauptattraktionen des Landes gehören bekanntlich die Wüste Gobi und das nomadische Leben in den Weiten des Landes. Doch dies zu erkunden – dafür hatte ich keine Zeit. Ich flog aus drei Gründen nach Ulan Bator:

  • Die Stadt war Ausgangspunkt für meine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.
  • Ich wollte zweimal im Land übernachten, um einen Länderpunkt zu sammeln.
  • Und schliesslich wollte ich mir Ulan Bator einmal gründlich anschauen.

Fernansicht auf Ulan Bator, vom Zaisan-Denkmal aus gesehen. Foto: WikimediaCommons; Tolanor.

Wie es der Zufall (?) wollte, sprach mein Guide von Great Genghis, der mich am Flughafen abholte, deutsch und überredete mich, am nächsten Tag zusammen eine kleine Besichtigungsreise zu unternehmen. Frühmorgens machten wir uns auf den Weg in den nahegelegenen Tereldsch-Nationalpark. Unterwegs hatten wir zwei Autopannen, was uns zeitlich etwas zurückwarf. Wir nutzten die Pannen aber, um kleine Wanderungen in der idyllischen Umgebung zu unternehmen, während unser Fahrer mit dem Motor beschäftigt war. Das Verdikt war klar: des Chauffeurs Grossvater, ein Schamane, wollte verhindern, dass ersterer weiterfahren konnte. Denn später auf unserem Ausflug war geplant, in einem kleinen Camp unser Mittagessen einzunehmen. Und bei der Bedienung dort handelte es sich um die Ex-Freundin unseres Fahrers. Also witzelten wir ein bisschen über den alten Schamanen, der offenbar etwas gegen dieses Zusammentreffen einzuwenden hatte.
Und siehe da, ein anderer Fahrer führte uns schliesslich weiter durch die grünende Landschaft, die noch Mitte Mai braun gewesen war. Wir besuchten lustige Steinformationen, in denen wir herumkletterten, und ein lamaistisches Kloster. Ich war überrascht festzustellen, dass die Mongolen dieselbe Art Buddhismus wie in Tibet pflegen, sind doch die beiden Länder nicht wirklich benachbart.

Auf dem Rückweg statteten wir noch einem Bauern in seiner Jurte (Mongolisch: Ger) einen Besuch ab und schauten uns sein Zelt von innen an. Die nicht unernst gemeinte Frage, wie man sich denn in der Mongolei fortpflanze, wenn alle im selben Zelt wohnten, löste heiteres Gelächter aus. Wenn die anderen gerade in der Stadt seien, lautete die Antwort. Ungefähr 60 Prozent der mongolischen Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Deshalb sagte ich zu meinem Guide: „Aha, in letzter Zeit scheinen die Leute öfter in die Stadt zu gehen!“ Und das tun sie tatsächlich. Nämlich fast die Hälfte der drei Millionen Mongolen lebt in der Hauptstadt Ulan Bator. Dort verbrachten wir dann den Abend an der Peace Avenue, wo sich eine Beiz an die andere reiht.
Am nächsten Vormittag ging ich zu Fuss auf den Süchbaatar-Platz im Stadtzentrum und schaute mir die herumliegenden Gebäude und zwei Museen an. Danach bestieg ich den Zug nach Moskau.

Wenn ich das nächste Mal nach Ulan Bator reise, dann sicherlich in der Zeit vom 11. bis 13. Juli, wenn sich die Mongolen am Nadaam-Fest in ihren drei traditionellen Sportarten Ringkampf, Bogenschiessen und Pferderennen messen. Doch das wird frühestens 2012 der Fall sein.

In Ulan Bator hat ebookers.ch das Hotel „Terelj“ im Angebot. Das Fünf-Sterne-Haus liegt inmitten von Hügeln und Wiesen voller Edelweiss am Rande des Tereldsch-Nationalparks. Es verfügt über ein grosses Spa-Zentrum und mehrere Restaurants, etwa das „River View“.

Tagged: Archive, Mongolei, Reisetipps & Insider

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