Ich war nicht die Einzige, die das Auffahrtswochenende im Tessin verbrachte. Dieser Illusion hatte ich mich zuvor aber auch keinen Augenblick lang hingegeben. Schon am Zürcher Hauptbahnhof strömten also massenhaft Menschen – zumeist ausgestattet mit Wanderstöcken und Deuter-Rucksäcken – auf jene Züge, die in Richtung Lago Maggiore fuhren und die Passagiere dann in Locarno wieder ausspuckten.

Es verwundert nicht, dass sich viele für Locarno als Ort ihrer Kurzferien entschieden hatten: Es liegt strategisch günstig (ist sogar ohne Umsteigen mit dem Zug von Zürich aus zu erreichen), hat eine süsse Altstadt mit zahlreichen Restaurants sowie Bars (Empfehlung: die „Cantina Canetti“ an der Piazza Grande 1) und ist ein praktischer Ausgangspunkt für Wanderungen in den umliegenden Tälern.
Mich zog es an einem Ferientag in aller Frühe mit dem Postauto ins Valle Onsernone. Es ist „das vielleicht wildeste der Tessiner Täler“, wie „Die Zeit“ vor kurzem schrieb. Und so entdeckte ich auf der fünfstündigen Wanderung zwischen Loco, wo ich den Bus verlassen hatte, und Berzona auch allerlei Getier. Highlight war die anderthalb Meter lange Äskulapnatter, die ganz ungeniert auf einem Mäuerchen lag. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Das Valle Onsernone ist vor allem als Rückzugsort einiger Künstler bekannt. Golo Mann lebte dort, Alfred Andersch liegt in Berzone begraben, in eben jenem Ort hatte auch Max Frisch ein Haus. Hier liess er die Natur auf sich wirken, wenn er mal nicht in in einer seiner Wohnungen in Zürich, Berlin oder New York war. Herausgekommen ist dabei etwa die Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“. Wer durch das Valle Onsernone wandert, sollte sie unbedingt vorher gelesen haben!

Hoteltipp: Das Vier-Sterne-Hotel „Belvedere“ liegt nur wenige Minuten vom Zentrum Locarnos entfernt. Es verfügt über einen Pool und einen kleinen Saunabereich. Auch von hier aus sind schöne Spaziergänge in die Berge möglich, etwa zur Madonna del Sasso.

Alle Fotos: Katja Schönherr.

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