Ich reise für ein paar Tage nach Venedig. „Bist Du verliebt?“ krieg ich im Büro zu hören. Alleine der Name „Venedig“ ist offenbar noch immer über-romantisiert. Mit ungefähr dieser vagen Vorstellung bin ich schliesslich auch nach Venedig gefahren. Wurden meine pseudoromantischen Vorstellungen bestätigt oder enttäuscht? Zwei Tage Venedig im Reisebericht.

Die Seufzerbrücke im Baugerüst. Foto: Ralph Hutter
Die Seufzerbrücke im Baugerüst. Foto: Ralph Hutter

Charakteristisch an meinen Reisevorbereitungen ist, dass ich mich – wenn überhaupt – immer erst im letzten Moment vorbereite. Und „vorbereiten“ bedeutet typischerweise, noch schnell zu googeln, Wikipedia und Tripadvisor zu lesen sowie die 15 Jahre alten Reiseführer meiner Eltern einzupacken, die ich dann doch nie brauche.

Ankunft und Transfer zum Hotel
Hätte ich meine Reisevorbereitungen etwas seriöser gemacht, wäre mir sicherlich aufgefallen, dass ich den Wagen in den Autosilos an der Piazzale Roma lassen muss. Glücklicherweise hat das Hotel daran gedacht und mir die Parkiererei abgenommen.


Größere Kartenansicht

Ebenfalls nicht überlegt hatte ich mir, wie ich dann ins Hotel komme. Die Annahme, es würden überall Taxis stehen, ist bei Venedig eine unsinnige Annahme. Ausser natürlich, man meint die überteuerten (aber wahnsinnig tollen) Taxiboote. Glücklicherweise liegt das Hotel „Sofitel“ unmittelbar an der Piazzale Roma, und auch dieses Problem erledigt sich von selbst. Später werden mir regelmässig Reisende auffallen, die etwas verloren mit Gepäck und Stadtplänen in den verworrenen Gassen nach ihren Herbergen suchen. Glück gehabt. Die Hotelwahl hat in Venedig etwas mehr Bedeutung als andernorts.

Ausflugsplanung
Wenn ich eines auf Städtereisen gelernt habe, dann dass in guten Hotels gute Concierges immer gute Tipps haben. Die machen jeden 15 Jahre alten Reiseführer überflüssig. Und sind auch ehrlicher. Die Tipps für Venedig sind simpel:

* Don’t buy anything.

* If you want to buy shit, buy it on the way from Rialto Bridge to Piazza San Marco.

* Do not take strange looking ships.

* If you do not want to buy glass, don’t go to Murano.

* Torcello – You do not want to go to Torcello, as long as you are not interested in that single medieval church.

* One Latte Macchiato on the Piazza San Marco costs 9,80 Euro.

* Do not expect public Wi-Fi anywhere, not even in Hotels. (Das hat der Concierge genaugenommen nicht gesagt.)

Öffentlicher Verkehr
Enorm praktisch sind die Vaporetti – die Wasserbusse. Eine einfache Fahrt kostet 6,50 Euro, oder für 16,50 Euro gibt es ein Tagesticket. Ein weiterer Tipp vom Concierge: Mit der Linie 1 gelangt man von Piazzale Roma bis zum Markusplatz. Die Chancen auf die spärlichen Sitzplätze im Freien am Heck des Bootes stehen gut; dies ist der Startpunkt der Linie. Auf dieser Linie gibt’s schon ordentlich viel zu sehen. Die moderne Calatrava-Brücke, die Ponte dell’Accademia, die Rialto-Brücke oder die Basilica di Santa Maria della Salute, und man legt wenige Meter vor dem Markusplatz an.

Die Wasserbusse in Venedig sind schnell und preiswert. Foto: Ralph Hutter
Die Wasserbusse in Venedig sind schnell und preiswert. Foto: Ralph Hutter

Wer es etwas privater mag und auch etwas tiefer in die Taschen greifen will, der gönnt sich eines der schicken Wassertaxis. Aber 50 Euro sind auch für eine kleine Strecke schnell ausgegeben. Für ungefähr 80 Euro pro Stunde geht die Fahrt ganz individuell durch Venedig.

Wassertaxis sind nicht so schnell und nicht so preiswert. Foto: Ralph Hutter
Wassertaxis sind nicht so schnell und nicht so preiswert. Foto: Ralph Hutter

(Wie sich Venedig abseits der Touristenströme anfühlt, verrate ich in der nächsten Folge.)

Tagged: Archive, Italien, Reisetipps & Insider

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*