Von Clermont-Ferrand reisen wir in gut einer Stunde nach Vichy. Wieder lotst uns das Navi ohne Probleme zum ausgesuchten Campingplatz „Croix St. Martin“ in Abrest. Zu Fuss erreicht man das Zentrum von Vichy nach einem Spaziergang durch zwei im englischen Stil angelegte Parks in etwa 20 Minuten.

Bereits die Römer kannten die wohltuende Wirkung der heissen und kalten Quellen rund um Vichy. Viele Bauten aus der Belle Epoque stehen unter Denkmalschutz und verleihen der Kurmetropole ein charmantes, elegantes Gesicht. Viele vornehmlich ältere Personen, die auf dem Campingplatz ihr Lager aufschlagen, sind wegen der Quellen hier und melden sich Jahr für Jahr für Therapien an. Überflüssig zu erwähnen, dass sich in Vichy hochkarätige (und dementsprechend hochpreisigere) Restaurants und Brasserien befinden. Ausserdem haben wir das „Observatoire des Poissons migrateurs“ besucht und mehrere Lachse auf ihrem Weg stromaufwärts beobachten können. Auch Dutzende anderer Fische können durch Glasvitrinen in ihrer natürlichen Umgebung gesichtet werden.

 

Foto: Centre Thermal des Dômes in Vichy (Claudia Lambrich)

Der Reiseführer verspricht vom Forêt de Tronçais: „Der Steineichenwald mit Buchen und Hainbuchen im Unterbestand ist eine der schönsten Gegenden der nördliche Auvergne…“ Also besuchen wir das 10’000 ha grosse Waldgebiet auf unserer Heimreise. Und werden etwas enttäuscht.

Denn erstens sind die offensichtlich zahlreichen Wanderrouten sehr schlecht markiert, zweitens führen nicht verschlungene Pfade durch den Wald, sondern teilweise sehr breite, schnurgerade Strassen. Interessant ist, dass seit 1928 nur Bäume abgeholzt werden dürfen, die das stattliche Alter von 225 Jahren erreicht haben. Fast 80% der Eichenfässer, in denen die edlen Weine des Medoc reifen, stammen aus dem Forêt de Tronçais.

 

Foto: Ein Lachs auf dem Weg nach Hause – Observatoire des Poissons migrateurs in Vichy (Claudia Lambrich)

Ein echtes Juwel entdecken wir fast per Zufall – Moulins. Einmal mehr heissen uns prachtvoll restaurierte Häuserzeilen aus dem 15. Jahrhundert willkommen, einmal mehr raubt uns ein Gotteshaus den Atem. Die Cathédrale Notre-Dame präsentiert sich in einem aussergewöhnlichen Kleid. Sie wurde aus schwarzem Vulkangestein aus Volvic und hellem Chauvignystein erbaut. Eindrücklich sind vor allem die Glasfenster und die Skulpturen auf dem Hauptschiff. Für einen Kaffee, der in Frankreich übrigens meistens mehr schlecht als recht ist, eignet sich das „Grand Café“ am Place d’Allier. Seit 1899 lockt es in seine hohen, mit Stuck verzierten Räume. Grosse Spiegel, bemalte Decken und üppige Kronleuchter bedeuten fast eine Reizüberflutung, sind für das Auge und das Gehirn fast zu viel. Schon Coco Chanel soll hier eingekehrt sein. Für ein kulinarisch hochstehendes Dinner bietet sich das Hôtel de Paris an, eines der schönsten Hotels am Platz. Nicht nur der Service ist erstklassig, auch die Speisen regen Gaumen und Auge in höchstem Masse an.

 

Foto: Moulins (Claudia Lambrich)

Letzte Station auf unserer Heimreise ist Beaune im Burgund. Natürlich können in unzähligen Weinkellern die lokalen edlen Tropfen degustiert und erstanden werden. Beaune ist aber auch Eldorado für Liebhaber kulinarischer Genüsse. Nicht weniger als sechs Restaurants sind im Guide Michelin aufgeführt. Leider verbringen wir nur wenige Stunden im herzigen Städtchen. Wir nehmen uns aber ganz fest vor, Ende Juni zu zweit ein verlängertes Wochenende in Beaune zu verbringen. Und freuen uns schon jetzt – nach den doch einfachen Campingferien – auf erlesene Mehrgänger in gediegener Atmosphäre, mit passenden Weinen und entsprechendem Outfit. Und auf die Dalí-Ausstellung am Place Monge. Übernachtet haben wir auf dem sehr empfehlenswerten „Camping de la plage“ in Seurre, das nur eine halbe Autostunde von Beaune entfernt liegt. Das überaus nette und zuvorkommende Pächterehepaar sowie die idyllische Lage direkt an der Saône bleiben unvergesslich. Im nächsten und letzten Auvergne-Blog verrate ich euch einige Tipps und Tricks in punkto Wohnmobilmieten und -reisen.

Zum Weiterlesen:

Unbekannte Auvergne (1): Kathedralen und Käse
Unbekannte Auvergne (2): Wie im Museum
Unbekannte Auvergne (3): Zwischen Vulkanen

Tagged: Archive, Familientipps, Frankreich, Reisetipps & Insider

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