Sommer 2007 – Hauptdarsteller: Meine Tochter 11 Jahre, mein Sohn 9 Jahre, meine Frau 35 Jahre, ich (ein 35jähriger gestresster Grossstädter) und unser 5er BMW – eh klar als Bayer! (Von unserem Gastautor Hans Tschiderer).

Dreiländer-Tour am 7. Tag:
Durch die sonnigen Tage, in denen wir uns „verausgabt“ haben und diversen Aktivitäten nachgegangen sind, waren wir nun etwas müde und wollen die Umgebung kennenlernen. Wir brechen auf eine Dreiländertour auf. Geplante Tour: Serfaus – Nauders – Mals – Stilfserjoch – Umbrailpass – Ofenpass – Zernez – Scuol – Serfaus. Die Strecke von Serfaus nach Pfunds ist uns bereits bekannt und als wir bei der „Mega-Kreuzung“ in Pfunds sind, leitet uns ein Schild um, in Richtung Engadin – anscheinend wird an der Reschenstrasse ein Tunnel gebaut. Nun denn biegen wir rechts ab in Richtung St. Moritz, vorbei an der Kreuzung, wo wir ein paar Tage zuvor von Samnaun heruntergekommen sind bis nach Martina, einem kleinen Ort, das quasi aus Zollgebäuden des schweizer Zolls besteht :-). Gleich hinter der Grenze werden wir links umgeleitet und geraten über 12 Kehren und einer kurzen Talfahrt nach Nauders. Ein schönes und gut erhaltenes Schloss ziert den Ort. Nauders ist mir ein Begriff von zahlreichen Bikerennen – in den nächsten Jahren werde ich mir hier sicherlich einmal einen Bikeurlaub mit meinen Bikerkollegen gönnen…

OberinntalWir fahren an Nauders vorbei und passieren einige Kilometer ausserhalb die Nauderer Seilbahn, mit der man ins Skigebiet gelangt. Eine elendslange Gerade verleitet mich, das Gaspedal durchzutreten – aber man hat als Papa eine gewisse Vorbildsfunktion den Kindern gegenüber….also trommle ich mit den Fingern auf dem Lenkrad vor mich hin…Einige Kilometer weiter erreichen wir die Italienische Grenze und den Reschenpass mit dem Reschensee. Wir fahren den See entlang, immer den Ortler vor Augen – ein riesiger Berg…bis wir auf einen Kirchturm im See stossen. Dieses Motiv ist uns allen bekannt, dennoch wollen wir mehr Informationen darüber und bleiben bei einer Information stehen. Früher war der Ort „Graun“ etwas tiefer gelegen – zwecks Stromgewinnung wurde die Hochebene geflutet und Graun an die Bergflanke versetzt – als Denkmal wurde der Kirchturm stehen gelassen. Nun geht´s bergab ins Vinschgau, nach Mals – auf der rechten Talseite auf einer Anhöhe die Abtei Marienberg – die Receptionistin unseres Hotels hat uns eine Führung dort empfohlen – aber die Kinder können sich nicht dafür begeistern…. In Mals fallen sofort mehrere Türme auf – wie viel davon wohl Kirchen sein mögen?

Wir fahren weiter über Glurns (schöne Altstadt) nach Prad – von dort aus arbeiten sich mein 5er und ich das Stilfserjoch hinauf – eine unglaubliche Passstrasse, die uns auf 2.800 m.ü.M. bringt – ein Paradies für Motorradfahrer und masochistische Biker und Radler (mich eingeschlossen 🙂 ). Wir kehren ein und essen zu Mittag – den Vorschlag, auf der Terrasse zu essen, behalte ich für mich, da meine Family sich demonstrativ die Schultern reibt und mir somit zu verstehen gibt, dass es auf 2.800 m nicht ganz so warm ist, wie in den Niederungen… Nach der Stärkung fahren wir wenige Kilometer weiter, dann biegen wir rechts zum Umbrailpass ab – wir befinden uns wieder in der Schweiz – wenn wir geradeaus weitergefahren wären, würden wir nach Bormio kommen…. So harmlos und niedlich, wie sich der Umbrailpass vom Stilfserjoch aus gesehen dargestellt hat, ist er jetzt bei der Abfahrt ins Münstertal keineswegs – eine herrliche, lange Passstrasse, die durchwegs oberhalb der Waldgrenze liegt und zum Schluss heftig gegen Sta. Maria abfällt. In Sta. Maria, einem kleinen idyllischen Bergdorf biegen wir links (rechts kämen wir wieder ins Vinschgau zurück…) in Richtung Ofenpass ab. Wir passieren die Orte Valcava, Fuldera und Tschierv, bis die Talverengung uns hinweist, dass der Ofenpass nicht mehr weit sein kann. Wenig Kehren verleiten dazu, das Gaspedal mehr zu beanspruchen….

UnterengadinDie Abfahrt ins Engadin ist sehr Angenehm zu fahren – sie zieht sich ein wenig, aber die herrliche Landschaft des Schweizer Nationalparks lässt die Zeit kurzweilig erscheinen. In Zernez im Engadin biegen wir rechts ab und folgen dem Inn nach Susch, wo wir zum Flüelapass und in weiterer Folge nach Davos kämen – wir müssen allerdings geradeaus weiter ins Unterengadin – vorbei an der Autoverladestelle des Vereina Bahntunnels (nach Klosters) nach Lavin – von da an fahren wir hoch über dem Inn dem Tal entlang. Ortsnamen wie Giarsun, Guarda, Bos-Cha, Sur-En, und Ardez beweisen, dass hier rätoromanisch gesprochen wird. Dann erreichen wir Scuol, den Hauptort des Unterengadins. Eigentlich heisst der Ort Bad Scuol, weil es hier ein Thermalbad gibt – linkerhand lässt eine Seilbahn vermuten, dass es hier auch ein Skigebiet geben muss. Ein Hingucker auch das Schloss Tarasp. Eine kurvenreiche Strasse führt uns an Ramosch und Tschlin vorbei und bringt uns wieder nach Martina zurück, wo wir in Richtung Reschenpass umgeleitet wurden. Die Kinder sind schon vor längerer Zeit eingeschlafen und nach dieser Dreiländer – Pässe – Tour käme mir ein Bett auch gelegen…

Tag 10 – Kaunertaler Gletscherstrasse:
In Prutz, an der einzigen Ampel dieses Tales, biegen wir rechts ab – nach ca. einem Kilometer, am Ausgang des Kaunertales, kommt die Abzweigung nach Fendels. Auf der linken Talseite (in Fahrtrichtung) erhebt sich auf einer Anhöhe die Burg Berneck – direkt vor der Ortschaft Kauns. Wir fahren einige Kilometer quasi einer Schlucht entlang, bis sich bei Kaltenbrunn das Kaunertal öffnet. Die Talsohle ist quasi Waldleer und von Wiesen übersäht. Viele kleine Weiler säumen die Strasse bis wir Feichten erreichen, den Hauptort des Tales. Auch hier reiht sich ein Hotel dem anderen und lässt buntes Treiben erahnen. Am Dorfende wird aus der Bundesstrasse eine Privatstrasse – und somit mautpflichtig. Eine wunderschöne Strasse, immer die Weisseespitze (3500 Meter hoch) vor Augen (weiss – ja, Spitze nein – eher ein Kegel) lässt uns immer weiter in die Zentralalpen vordringen, bis sich die Staumauer des Gepatschstausees vor uns aufbaut – ein beeindruckendes Monument, neben dem man sich wirklich mickrig vorkommt. Am Ende des riesigen Stausees geht´s kurventechnisch zur Sache – bei ca. 5 km Luftlinie bewältigt man 1000 Höhenmeter und endet direkt im Kaunertaler Gletscherskigebiet auf 2750 m.ü.M.. Wir lassen uns auf der Terrasse des Panoramarestaurants Germknödel servieren und geniessen die Sonne. Die Kinder basteln irgendwas aus Schnee – ich hätte jetzt richtig Lust, mir die Skier anzuschnallen…Nachdem uns die Sonne einen leichten Sonnenbrand verpasst hatte, machen wir uns nach Stunden der Musse wieder auf den Heimweg. Da es sich beim Kaunertal um eine „Sackgasse“ handelt, nehmen wir den selben Weg wieder zurück 🙂

Damit dieser Reisebericht nicht zu einem Buch ausartet, habe ich nur die Ausflugstouren zu Papier gebracht. Was ihr im Dreiländereck Österreich Schweiz Italien und seinen Ortschaften alles erleben und machen könnt, findet ihr auf diversen Websites (Tipp: www.tirol-engadin-suedtirol.com). Die Geschmäcker und Vorlieben sind ja bekanntlich verschieden :-). Wir haben uns rundum wohl gefühlt!

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