Wenn man die Vietnam-Reise in Ho-Chi-Minh-City beginnt, ist es einfach, sich erstmal über den Tisch ziehen zu lassen: Wie überall wissen die Taxifahrer am Flughafen genau, dass die meisten Neuankömmlinge noch wenig Ahnung von der Landeswährung und den üblichen Preisen haben. So ging es auch uns: Die Währung Dong mit ihren vielen Nullen hat uns dermassen verwirrt (1 Million Dong sind 44 Franken), dass wir für die Fahrt ins Zentrum etwa doppelt so viel wie nötig bezahlt haben. Allerdings fühlt man sich in Vietnam nicht einmal unbedingt schlecht, wenn man abgezockt wird – denn für westliche Verhältnisse ist alles immer noch spottbillig. Trotzdem sollte man darauf beharren, dass der Fahrer den Taxameter anstellt.

Im Zentrum angekommen, kann man sich erstmal überfordert fühlen: Vom Verkehrschaos, den vielen Menschen, der Hitze – und all den Dingen, die man in der Stadt sehen möchte. Das ist gar nicht nötig: In nur ein bis zwei Tagen kann man die Sehenswürdigkeiten der Stadt gemütlich abklappern, die meisten sogar zu Fuss. Übrigens ist auch heute noch der Name Saigon für die Stadt geläufiger – kaum jemand sagt Ho-Chi-Minh-City. Das zentralste Quartier der Stadt heisst auch heute noch Saigon.

Diese Dinge sollte man nicht verpassen:

  • Den Ben Thanh Market im Distrikt 1. Er befindet sich in einer 12‘000 Quadratmeter grossen Markthalle und wurde 1914 eröffnet. Verkauft werden Kleider, Souvenirs, Essen und Kaffee. Von den Preisen her ist der Markt eine Touristenfalle, aber ein Spaziergang durch die Halle lohnt sich allemal. Abends ist das Gebäude geschlossen. Dafür tauchen dann wie aus dem Nichts auf den Strassen rund um den Markt hunderte Marktstände und einige sehr gute Strassenrestaurants auf. Hier kann man für 3 bis 5 Franken zu Abend essen und dem bunten Treiben zusehen.
  • Der Bitexco Financial Tower steht nur ein paar Gehminuten vom Ben Thanh Market entfernt. Er ist mit seinen 265 Metern das bei weitem höchste Gebäude in Ho-Chi-Minh-City und nicht zu übersehen. Was aussieht wie eine Besucherterrasse in der Mitte des Turms ist in Wirklichkeit ein Helikopter-Landeplatz. Trotzdem lohnt sich ein Besuch des Towers. Zwar ist der Eintritt mit 9 Franken für vietnamesische Verhältnisse wahnsinnig teuer, aber die Aussicht ist es wert. Im 49. Stock wurde ein Skydeck eingerichtet, ein Guide hat uns Fenster für Fenster begleitet, alle Sehenswürdigkeiten gezeigt und unsere Fragen beantwortet.
  • Entlang der Strasse Dong Khoi stehen viele Sehenswürdigkeiten. Sie gilt als Edelstrasse – ihr entlang reihen sich alte französische Kolonialbauten und teure Designerläden. Wer aber einen schicken Boulevard im europäischen Stil erwartet, liegt völlig falsch. Auch hier herrscht das immer präsente Verkehrschaos am Boden und ein Kabelgewirr über den Köpfen. Hier befindet sich seit 1891 die Hauptpost, die von Gustav Eiffels Firma entworfen wurde. Gleich gegenüber steht die Kathedrale Notre Dame. Spaziert man weiter in Richtung Saigon River kommt man an den Lam-Son-Platz. Hier stehen die Oper und die legendären Hotels Continental und Caravelle. Am Ende der Strasse liegt das Ufer des Saigon River.
  • Beim Independence Palace wurde 1975 der Vietnamkrieg beendet, als ein russischer Panzer unter nordvietnamesischem Kommando die Tore des Palastes niederwalzte. Heute kann man den Palast der Einheit für 1.30 Franken besuchen. Beindruckend sind die Kriegszentralen im Keller mit Landkarten, alten Telefonen und Funkraum. Auch ein Panzer und ein Militärhelikopter stehen auf dem Gelände.
  • Zum Saigon-Erlebnis dazu gehört auch eine Fahrt mit der Rikscha. Die Fahrer stürzen sich in den Verkehr, fahren auf der Gegenfahrbahn, machen U-Turns mitten auf der Kreuzung – sehr aufregend. Man sollte aber unbedingt vorher den Preis festlegen! Wichtig ist auch, die Handtasche gut festzuhalten – allzu schnell wird sie einem sonst von einem vorbeirasenden Töffdieb entrissen.

Alle Fotos: Andrea Schmits.

Hier geht’s zum 1. Teil von Andreas Reise-Bericht.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Vietnam

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*