Das Mekong-Delta liegt in Südvietnam und ist etwa zwei Autostunden von Ho-Chi-Minh-City entfernt. Hier mündet der Fluss Mekong nach einer 4800 Kilometer langen Reise durch sieben Länder in ein 39‘000 Quadratkilometer grosses Delta mit neun Flussarmen. Es ist eine zauberhafte und wilde Gegend.

In einem Tagesausflug von Ho-Chi-Minh-City aus sieht man natürlich nur einen winzigen Teil des Deltas und darüber hinaus nur den touristischsten. Denn die vielen Touren, die man buchen kann, haben alle fast das gleiche Angebot. Trotzdem ist es ein wunderschöner Ausflug. Will man die schwimmenden Märkte sehen, muss man im Delta übernachten. Denn die Marktboote sind nur sehr früh auf den Flüssen unterwegs.

Wir haben uns für einen Tagesausflug in die Gegend von My Tho und Ben Tre entschieden und fahren mit dem Boot etwa drei Stunden lang von Ho-Chi-Minh-City aus den Saigon River entlang in Richtung Süden. Die Fahrt führt vorbei an prunkvollen Villas, Armenvierteln mit wackligen Wellblechhäusern auf Stelzen und vielen mit Früchten beladenen Booten.

Im Mekong-Delta angekommen, besuchen wir die Unicorn Island. Genau wie die Dragon- und Turtle Island ist sie eine der Touristeninseln, auf der wohl kaum Einheimische leben, die ihr Geld nicht mit den Touristen verdienen. Das ist ein wenig schade, dafür wird uns ein interessantes Programm geboten, das sich gut für einen ersten Besuch im Delta eignet.

Zuerst gehts im Eilschritt (jede Touristengruppe hat wohl ein Zeitfenster) zu einer Bienenfarm. Dort wird uns gezeigt, wie Honig hergestellt wird und wir können gratis Honigtee und Royal Jelly probieren. Die Vitamin- und Mineralstoffbombe ist die Exklusiv-Nahrung der Bienenkönigin und ist auch für Menschen sehr gesund. Doch lasst euch nicht zu sehr mitreissen: Für den Preis, der auf der Farm für den Royal Jelly verlangt wird, kriegt man ihn auch hierzulande!

Weiter geht’s zu einem Restaurant, in dem bei einer Musik- und Tanzeinlage exotische Früchte degustiert werden können – danach ist es Zeit für das Highlight: Die Sampanfahrt. In Vierergruppen steigen wir in die winzigen, flachen Boote. Dazu kriegt man noch einen traditionellen Kegelhut geliehen. In dieser Aufmachung geht es durch schmalste Flussarme mitten im Urwald – ein aufregendes und leicht surreales Erlebnis. Dabei muss man die Finger immer schön im Boot lassen: nicht wegen den Krokodilen, wie unser Guide zuerst behauptet hat, sondern wegen der vielen anderen Sampans, die sich Bootsrand an Bootsrand an uns vorbeidrücken.

Die nächste Station ist eine Coconut Candy Fabrik. Wieder kann man alles degustieren und es wird uns gezeigt, wie die Süssigkeiten unter einfachsten Bedingungen hergestellt werden. Ich bin begeistert und kaufe gleich ein paar Päckchen. Auch einen Schnaps, in den sieben verschiedene Schlangen eingelegt sind, kann man probieren. Das lasse ich dann doch lieber bleiben…

Zum Weiterlesen:
Vietnam (1): Nachher ist man immer schlauer
Vietnam (2): Spaziergang durch Ho-Chi-Minh-City

Alle Fotos: Andrea Schmits.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, Vietnam

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