Wohl in keiner anderen Stadt lässt sich Kulinarisches so wunderbar mit Sightseeing verbinden wie in Wien: Strudel, Wienerschnitzel und Kaiserschmarrn gehören zur Wien-Reise wie das Amen in der Kirche. Und wo lassen sich diese besser geniessen als in den legendären Kaffeehäusern, Beisln und Heurigen?

In nur drei Tagen in Wien habe ich so viele gute Tipps gesammelt, dass nicht mal alle in einen Post passen. Deshalb habe ich sie unterteilt: In „Köstliches geniessen … am Tag“ und „… am Abend“. Letzteres folgt in Kürze. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Beginnen wir also mit dem Tag. Bereits das Frühstück geht als Sightseeing durch, wenn man es im „Café Demel“ einnimmt. Das legendäre „Demel“ gibt es seit 1786. Es belieferte bereits den kaiserlichen Hof: Schon Kaiser Franz Josef und seine Gattin, Kaiserin Elisabeth (Sisi) wussten im 19. Jahrhundert die Köstlichkeiten zu schätzen.

Ob Apfelstrudel, Topfenstrudel (=Quarkstrudel), Mohnstrudel oder Sachertorte: Hier gibt es sämtliche Wiener Spezialitäten. Besonders praktisch: Vieles gibt es auch im Mini-Format, so dass man sich (fast) ohne Magenzerrung durch die Köstlichkeiten futtern kann. Alles im Namen des kulturellen Interesses, natürlich.
Die Terrasse vor dem „Demel“ ist gemütlich, schöner ist aber der barocke Raum im 1. Stock. Und von der Treppe hat man einen guten Einblick durch die Glaswand der Küche, in der die Konditoren am Werk sind.

Fürs Mittagessen locken die Kaffeehäuser, allen voran das älteste Wiens; das „Frauenhuber“. Hier spielten schon Mozart und Beethoven. Serviert werden unter anderem Wienerschnitzel oder Nockerl (=Spätzli). Man kann es sich aber auch bei einem Kaffee, zum Beispiel einem grossen Braunen (grosser Espresso mit Milch), einem Kapuziner (kleiner Mokka mit Rahm und Schoggi) oder einer Melange (kleiner Espresso mit geschäumter Milch) und einem Zubiss (die Torte zum Kaffee) gemütlich machen.

Gut geschmeckt hat es uns auch im „Café-Restaurant Residenz“ im Schlosspark Schönbrunn. Die kaiserliche Sommerresidenz ist eines der Highlights von Wien und erinnert stark an Versailles. Alleine der riesige Park ist den Ausflug wert und erst noch gratis. Nachdem man den grandiosen Ausblick von der Gloriette (2.50 Euro) genossen hat, lockt das Park-Restaurant mit Wiener Spezialitäten, zum Beispiel einem Strudelteller (drei Strudel mit unterschiedlichem Gemüse gefüllt). Wer sehen will, wie Apfelstrudel gemacht werden, kann sich die Strudelshow im Untergeschoss ansehen.

Auf keinen Fall verpassen darf man natürlich Wiens berühmten Naschmarkt. Seit 1916 stehen hier die Marktstände zweireihig auf einer Länge von knapp 600 Metern. Ein Spaziergang durch den Markt kommt uns ein wenig vor wie eine Weltreise: Zwischen den „Standln“, die alles verkaufen von Gemüse, eingelegten Oliven bis hin zu einer riesigen Auswahl unterschiedlicher Essig-Sorten, stehen Restaurants mit Küchen aus sämtlichen Ländern. Wir entscheiden uns für das israelische „Neni“: Baba Ganusch mit Pitabrot sowie karamellisierte Auberginen mit Reis und gegrillten Pouletstreifen.

Für Weinliebhaber gibt es die sogenannten Heurigen. Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt, die ein grosses Weinbaugebiet innerhalb der Stadtgrenzen besitzt. Den Winzern ist es erlaubt, ihre Produkte einige Monate im Jahr selbst zu vermarkten. In den Heurigen wird das gleichnamige Getränk ausgeschenkt, also der junge Wein aus eigenem Anbau. Das „Herz der Wiener Heurigenseligkeit“, wie es mein Reiseführer schreibt, liegt im Stadtteil Grinzing.

Wie ihr seht: Um Wien kulinarisch zu geniessen, braucht es einige Tage und einen riesigen Appetit.

Hoteltipp: Ebookers.ch hat 178 Hotels in Wien im Angebot. Besonders positive Bewertungen seitens der Kunden konnte sich bisher beispielsweise das Vier-Sterne-Hotel „Am Parkring“ sichern. Es befindet sich in Top-Lage in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom.

Alle Fotos: Andrea Schmits.

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