Oklahoma ist wahrscheinlich vielen vor allem wegen des terroristischen Bombenanschlags auf das achtstöckige Alfred P. Murrah Federal Building im Jahr 1995, bei dem 168 Menschen starben, bekannt. Dabei ist der Staat, der über viermal so gross wie die Schweiz ist, der Inbegriff der USA. Amerika im Kleinformat mit allen positiven und weniger guten Seiten.

Oklahoma Viehauktion

Wer mit dem Auto durch Oklahoma fährt, und zwar nicht auf dem Interstate, sondern durch die kleinen Siedlungen, dem fällt vor allem auf, dass in jedem Garten eine amerikanische Flagge weht, Schilder wie „God bless“ oder „Jesus loves you“ von einer tiefen Religiosität zeugen, dass auch „Support our Troops“ überall zu lesen ist. Ausser den uramerikansichen Fast-Food-Ketten McDonalds, Burger King, Taco Bell und Kentucky Fried Chicken gibts keine Restaurants, zehnspurige Highways führen zu riesigen Shopping Malls, die Menschen tragen Stetsons und Wrangler-Jeans. Der Besuch einer Viehauktion in Stockyards City in Oklahoma City gehört ebenfalls zur Tradition des mittleren Südens.

Stockyards City befindet sich im südlichen Teil der Stadt. Seit dem 3. Oktober 1910 wird hier Vieh gehandelt, über 100 Millionen Rinder wurden bis dato durch die eisernen Tore geschleust, heute ist Oklahoma der führende Umschlagplatz weltweit. Jeden Montag und Dienstag finden hier ab 9 Uhr Viehauktionen statt. Dabei wird eine Herde, meistens Rinder, von einem Aussengehege in eine relativ kleine Halle getrieben, wo sie den Kaufswilligen vorgeführt werden. Der Speaker gibt den Mindestpreis und das Durchschnittsgewicht der Tiere bekannt, danach kann per Telefon oder Handzeichen geboten werden. Die Interessierten sitzen auf einer Tribüne, bieten, diskutieren, telefonieren, essen und trinken. So geht das den ganzen Tag, eine Herde nach der anderen findet neue Besitzer, Züchter oder Schlächter. Die Herden können übrigens nur wenige Tiere umfassen, aber auch bis zu 300-köpfig sein. Wer sich für die Preise und die technischen Details interessiert, kann unter diesem Link einen so genannten Market Report anschauen.

Viehauktion

Das Gelände von Stockyards City umfasst ebenfalls über 70 Geschäfte und Verpflegungsmöglichkeiten. Natürlich können Westernstiefel in allen Farben und Formen erstanden werden, karierte Hemden, Jeans, Gürtel, Gurtschnallen, Hüte, aber auch Ranchzubehör wird allerorts verkauft. Im Stockyards City Main Street Office können geführte Touren durch das gesamte Gelände für $25 pro Person gebucht werden.

Und das Schöne, das auch typisch amerikanisch ist: Besucher sind überall willkommen. „They’ll be glad to have you here“, meint ein echter Cowboy, mit Schnauz und breitkrempigem Hut, als wir ihn fragen, ob wir denn auch als Zuschauer in die Auktionshalle eintreten dürften.

Museum

Weil die amerikanische Nation unüberseh- und hörbar stolz ist auf ihre Cowboytradition, wurde in Oklahoma City das National Cowboy & Western Heritage Museum eingerichtet. Es zeigt historische Fotografien, Malereien und Skulpturen, aber auch Waffen, Sättel und hunderte verschiedener Stacheldrahtmodelle sowie Brandzeichen. Eine eigene Galerie ist den lokalen Indianern gewidmet, eine andere dreht sich ausschliesslich um Westernfilme und -helden. John Wayne und Gary Cooper lassen grüssen! Sehr berührt hat mich „End of the Trail“, die vier Tonnen schwere Skulptur, die in der Eingangshalle des Museums steht.

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