Als mein Freund und ich vor einem Jahr nach Xiamen kamen, haben wir das Kitesurfen entdeckt. Das Gute an dieser tollen Sportart ist, dass man bei gutem Wind nach ein paar Tagen die Basics schon erlernt und in kurzer Zeit ein relativ grosses Erfolgserlebnis hat.

China ist weltweit nicht so bekannt fürs Kitesurfen wie andere Orte, hat aber dennoch ein paar „Hotspots“ zu bieten. Einer davon ist Xiamen. Am Hayuntai Strand gibt es gleich zwei Kitesurfschulen. Wir haben uns die Schule 59Fly ausgesucht. David Zhai, der Chef von 59Fly, hatte das Vergnügen mit uns. Er ist der einzige englischsprechende Trainer der Schule, alle andern sprechen ausschliesslich Chinesisch. Der Kitesurfshop liegt seitlich des Restaurants Rasa Sayang; dessen sanitäre Anlagen kann man mitbenutzen und bei Hunger bietet es eine Auswahl an asiatischen Speisen. Wir essen allerdings selten dort, weil es vergleichsweise teuer und darüberhinaus nicht speziell gut ist.

In Xiamen bläst der Wind in etwa von Oktober bis April/Mai meist von Norden. Dann sind die Windbedingungen gut, der Wind relativ stabil und stark. Somit kann man kleinere Kites verwenden. Allerdings ist das Wasser von Dezember bis März/April ziemlich kalt (circa 12 bis 18 Grad Celsius) und man benötigt einen Neoprenanzug. Auch die Lufttemperatur ist nicht wärmer, und so ist das Ganze schon ziemlich ungemütlich. Nur die „harten Kämpfer“ wagen sich während dieser Zeit ins eisige Wasser. Natürlich gehören auch wir zu diesen „Waghalsigen“ – zumindest, wenn der Wind wirklich stark ist, denn dann macht das Kitesurfen am meisten Spass.

Im Sommer, also in etwa von Mai/Juni bis September, kommt der Wind meistens aus Süden, ist weniger stark und unkonstant. Dann heisst es oft: Warten auf den Wind. Dies ist aber auch nicht so schlimm, denn der Strand ist schön. Man kann gemütlich ein Buch lesen oder sich mit den Einheimischen unterhalten. Und wenn man Glück hat, taucht der Wind am Nachmittag sogar noch auf. Desöfteren gibt es aber auch längere Perioden (Tage oder sogar Wochen) ohne Wind. Dafür sind Wasser und Luft angenehm warm, was einem das Warten ein wenig erleichtert. Ersteres hat während den Monaten Juli/August sogar Badewannentemperatur und wirkt nicht mehr sehr erfrischend.

Das Meer ist das ganze Jahr über ziemlich rau, vor allem aber im Winter bei starkem Wind und bei Regen. Mir gefällt das Kitesurfen in Xiamen im Oktober/November am besten, wenn der Wind konstant bläst und das Wasser eine angenehme Temperatur von circa 23 bis 25 Grad Celsius aufweist. Ein weiterer Kitesurfspot in der Provinz Fujian ist die Insel Pingtan, die circa drei Autostunden nördlich von Xiamen liegt: Mehr dazu gibt’s in Teil 2 meiner Berichterstattung.

Laut unseres Kitesurftrainers David bietet die Provinz Fujian einige der besten Kitesurfspots in China. Weitere Provinzen, in denen man Kitesurfen kann, sind Zhejiang, Guangzhou, Shangdong und Shanghai. In Zhejiang und Guangzhou seien die Strände aber nicht sehr schön, in Shangdong ist das Wasser zu kalt (ganze zwei Monate sind geeignet zum Kiten) und Shanghai hat keinen richtigen Strand. Der beste Ort in China zum Kitesurfen ist jedoch die Insel Hainan: das chinesische Hawaii und ein Paradies für Wassersportler. Hainan steht noch auf unserer Reiseliste – ich bin schon voller Vorfreude.

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Kommentare

  • ursi

    Leider haben wir das verpasst!
    Liebs Grüessli

    14. September 2012 at 19:01
  • Clemens P.

    Sehr schöner Bericht. Leider kennen sich nur die Wenigsten mit China aus und wissen insbesondere nichts über die Winde. Aber scheint ja doch Einiges möglich zu sein dort 🙂

    Sobald ich mal die Möglichkeit habe nach China zu fliegen, komme ich auf die vorgeschlagenen Lokalitäten zurück. Bisher bin ich immer in Spanien und Ägypten.

    LG

    18. September 2012 at 11:03
  • Karsten E.

    Ich kann die Ausfuehrungen von Tamara nur vollstens bestaetigen. Wenn man Tamara tagsueber gesucht hat oder treffen wollte, brauchte man nur an den besagten Strand zufahren um Sie, nicht in den Seilen.. sondern an den Seilen haengen zusehen. Ich war und bin zwar kein Kitsurfer aber es ist wirklich interessant die „Profi’s“ zu beobachten und die Flugkuenste der Anfaenger zu bewundern. Es ist teilweise unglaublich was der Wind mit Ihnen macht 🙂
    Tamara, ich hoffe es geht Dir gut und vielleicht hast Du ja schon in den Schweizer Bergen mit Skikiten angefangen, oder?

    22. Juli 2013 at 08:33

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